Uwe hat sein Mountainbike verliehen und nun fehlt ihm ein anständiges Fahrrad für die Tour.
Micha Blick zum 3 Flusseck Denn bei seinem Rennrad ist hinten ein zu kleines Ritzel drauf, mit diesem kommt er kaum einen Berg hinauf, doch abmachen geht leider nicht. Versuche das Ritzel im Fahrradgeschäft mit einem passenden Schlüssel abzubekommen schlugen fehl, der Schlüssel brach ab.
Um nicht Zuhause zu bleiben, wird das Dreigangfahrrad von Gabi klar gemacht.
Es bekommt einen neuen Lenker, da der Alte abgebrochen ist und eine Halterung für die Trinkflasche.
Abends machen wir mit den Hunden noch einen kleinen Spaziergang und Uwe geht mit dem Hinterrad zu seinem Nachbarn. Dieser ist Automechaniker und vielleicht kann er das Ritzel lösen.
Auf dem Rückweg holen wir Uwe wieder ab und … er hat das Ritzel lösen können. Uwe ist richtig froh, denn nun kann er mit seinem Rennrad fahren.


Freitag 22. August 1997.

Heute soll es losgehen, doch vorerst muss Uwe sein Rennrad umrüsten. Es gibt einiges zu tun. Das größere Ritzel muss an und das Hinterrad eingebaut werden. Nun noch den Halter der Trinkflasche von Gabis an Uwes Fahrrad gebaut und schon wäre das Rennrad fertig, wenn da nicht der Gepäckträger fehlen würde.

Beim Start Doch da wir geplant hatten, das Uwe mit dem Rennrad fährt, habe ich einen von Zuhause mitgebracht. Nachdem dieser angebaut ist, müssen nur noch die Satteltaschen an Uwe und meinem Fahrrad angebracht werden. Oben drauf den Schlafsack, die Isomatte und bei mir auch noch das Zelt. Doch um diesen Berg von Sachen zu befestigen ist meine Spinne zu kurz, gut das Uwe noch eine für mich übrig hat.

Gegen 10:45 Uhr haben wir es geschafft, trotz unser leichten Startschwierigkeiten fahren wir los.

Es geht gut voran, schnell haben wir die Orte Eimsen, Alfeld, Röllinghausen, Meinerhausen und Freden hinter uns gelassen. Doch jetzt fängt der Ernst des Radfahrens an, es geht steil nach oben.
Für ungeübte Fahrradfahrer wie uns, ist das ziemlich steil und anstrengend. Uns bleibt nichts anderes übrig als nach 51 Minuten, kurz hinter Gut Esbeck, abzusteigen und unsere Fahrräder zu schieben.

Mir ist ein wenig übel, ich habe die letzten zwei Tage kaum geschlafen und dadurch Kopfschmerzen. Nun auch noch diese Anstrengung am Berg.
Oben angekommen geht die Fahrt weiter. Doch meine Übelkeit und die Kopfschmerzen wollen nicht besser werden. So machen wir unsere erste Pause nach 1:17 Stunden am Wasserbecken des Pumpspeicherwerks Erzhausen.
Uwe beim fahren Wir sitzen gemütlich auf einer Bank, doch der Blick in den Speicher ist trostlos. Es gibt nur einen fast leeren Speicher und die Ablagerungen vom Wasser zu sehen. Der einzige Vorteil des niedrigen Wasserstandes ist, die Fische sind gut an der Wasseroberfläche zu erkennen. Ab und zu sieht man auch eine Rückenflosse aus dem Wasser ragen oder einen Fisch aus dem Wasser springen, um Fliegen zu fangen.

12:30 Uhr, wir haben den Ort Greene erreicht und damit 23,19 km hinter uns gelassen. Nun haben wir wieder einen Anstieg vor uns. Doch dann geht es mit 61 h/km abwärts bis Ippensen.
Das war wirklich mal was gutes und so gönnen wir uns im Dorf auf einer Bank eine zehnminütige Pause.
Laut Streckenplan den ich Zuhause ausgearbeitet hatte, müssen wir über Salzderhelden, am Ostrand der Leine, auf der L572 nach Nordheim fahren, doch das gefällt uns nicht, da wir auf der Hauptstraße fahren würden. Wir entscheiden uns für eine weniger befahrene Strecke über die Orte Olxheim, Rittierode und Ahlshausen.

Es ist jetzt 13:46 Uhr, also Mittagszeit.
Wir sind 2:58 Stunden unterwegs, haben 33 km hinter uns und so dürfen wir auch etwas essen. Es gibt Frikadellen und Kopfschmerztabletten.
Gut gestärkt geht es nach 30 Minuten weiter.

Wir fahren durch Hohnstedt, Edesheim und erreichen über einen kleinen Trampelpfad, am Waldrand, den Campingplatz in Nordheim.

Es ist jetzt 15:00 Uhr und wir haben erst 41,53 km hinter uns, doch wir wollen hier übernachten. Micha auf dem Waldweg mit Rädern Der nächste Campingplatz für uns wäre gut 40 – 50 Kilometer weiter, das wollen wir uns am ersten Tag nicht antun.
Als wir das Zelt aufbauen fängt es leicht an zu regnen, doch bevor das Zelt richtig steht ist es schon wieder vorbei.
Jetzt sitzen wir gemütlich am Blockhaus, essen unsere letzten mitgenommenen Frikadellen und wollen gleich, da es noch früh am Tage ist, in die Innenstadt von Nordheim fahren.

Bis Nordheim hinein sind es 4,5 km. Die sind schnell geschafft, vor allem wenn es so steil bergab geht wie hier.
In Nordheim schließen wir unsere Räder an und gehen zu Fuß durch die Fußgängerzone.

Hier gibt es viele kleine Läden und auch viele Cafes. Das nutzen wir aus und bestellen uns in einem Eiscafe einen Milchshake und ein Eis (Schokolade und Zitrone, … Brrr, was für eine Zusammenstellung). Beim weiteren bummeln durch die Fußgängerzone kaufe ich Kugelschreiber, Postkarte und Briefmarken. Ich hatte Daniel versprochen ihm eine Karte zu schreiben. Sie wir wahrscheinlich nach uns Zuhause ankommen, aber versprochen ist versprochen.

Der Rückweg zum Campingplatz ging nicht so schnell, es sind zwar immer noch 4,5 km, doch dieses Mal geht es steil nach oben. Wir schaffen auch dieses, natürlich mit schieben.

Am Platz angekommen bestellen wir für 20:00 Uhr, in einem kleinem Blockhausrestaurant, etwas zu essen und gehen dann unter die Dusche.

Furchtbar, es kommt kaum Wasser aus der Leitung und so haben wir auch keine Lust lange zu duschen.
Im Zelt schnell etwas frisches angezogen und schon sitzen wir im Blockhaus und warten auf unsere bestellten Schnitzel mit Pommes/Bratkartoffeln. Dazu ein schönes Bier, ein wenig Backgammon gespielt und schon ist es 22:00 Uhr. Das Restaurant schließt.

Zu früh zum schlafen, wir gehen lieber noch spazieren, am Ende des Campingplatz hat man einen schönen Blick auf Nordheim, die Autobahn und auf die angrenzende Eisenbahnlinie. Ganz schön was los, hier fahren jede Menge Züge.

Um 23:00 Uhr sind wir im Schlafsack und nun wird geschlafen.

  50,53 km Tagesstrecke 4:00 Std. Fahrzeit

Samstag 23. August 1997.

Ich habe wieder nicht richtig geschlafen und dadurch auch wieder Kopfschmerzen, - schöne Radtour.

Aufstehen um 9:00 Uhr, trotz schlechtem Wetter. Schnell gewaschen und dann die bestellten Brötchen abgeholt.
Uwe steht auf der Brücke Als wir anfangen wollen zu frühstücken, fängt es an zu tröpfeln. So unterbrechen wir das Frühstück und bauen lieber das Zelt ab.
Uns knurrt zwar der Magen, aber lieber Hunger als ein nasses Zelt.
Es bleibt bei einigen Regentropfen und so ist es schnell geschafft und wir können weiter frühstücken.

Als wir gegen 10:30 Uhr vom Campingplatz losfahren wollen fängt es wieder an zu regnen. Es regnet so stark das wir uns unterstellen und den Start verschieben müssen.

11:00 Uhr, es hat aufgehört zu regnen und wir können los. 20 Minuten später müssen wir uns in Hökelheim wieder unterstellen um nicht nass zu werden. Es dauert ungefähr 15 Minuten und wir können unseren Weg fortsetzen. Die Wolken haben sich verzogen und so sollte es auch für den Rest des Tages bleiben.

Wir fahren durch Hillerse und Elvese, lassen Nörten-Hadenberg links liegen und machen vor Bovenden nach 19.74 km eine fünfminütige Rast. Jetzt ist es nicht mehr weit bis Göttingen.

Um 12:50 Uhr erreichen wir Göttingen. Für die 23,37 km lange Strecke brauchten wir 1:16 Stunden.

Als wir bei der Durchfahrt einen Realkauf sehen, wird erst einmal richtig eingekauft. Brötchen, Würstchen, Joghurt, Obst und Eistee. Jetzt fehlt nur noch ein guter Platz um Mittag zu essen. Der ist schnell gefunden. Auf einem Spielplatz am Friedhof machen wir uns über die Lebensmittel her.

Nach gut einer Stunde Pause sind wir gesättigt und erholt genug um bei zur Eisdiele in der Fußgängerzone zu fahren. Ich begnüge mich mit einem Milchshake, doch Uwe muss unbedingt Eis essen. Er bestellt sich zwar nur vier Eiskugel (Schokolade und Zitrone, ...brrr!), doch die sind so groß, das er es nicht schafft. Mal gut sonst hätte es noch länger als eine ½ Stunde gedauert.
Mit so einem vollem Bauch kann man kaum Rad fahren. Micha Pause auf der Brücke Dennoch sind wir um 15:37 Uhr, nachdem wir Göttingen und den Ort Rosdorf hinter uns gelassen haben, am Ortsausfahrtschild Mengershausen.
Von hier sind es laut Vorwegweiser nur noch 27 km bis Hann. Münden.
27 km, was ist das schon, das schaffen wir doch mit Links, wenn man bedenkt, dass wir heute schon 37 km hinter uns haben. …. mit Links.

Der weg geht endlos leicht aufwärts, doch zum schieben ist es zu wenig und zum fahren fast zu viel. Nach 1,6 km müssen wir halten, Luft schnappen, die Beine ausruhen und etwas trinken, dann geht es weiter. Jetzt steigt Uwe ab, es ist zu anstrengend. Ich schleppe mich weiter, mühevoll und langsam. Dann nach 2,75 km quälenden Anstieg bin ich oben. Kaum strecke ich meine Beine am Straßenrand aus, taucht Uwe auf, obwohl ich gefahren bin, ist er zu Fuß kaum langsamer.

Nach kurzem verschnaufen geht es weiter, wir sind noch lange nicht da.

Von Jühnde geht es leicht abwärts, vor Meensen wieder hoch bis Wiershausen und erst dann der schönste Teil, --- die Abfahrt ins Wesertal. Super, ohne eine Anstrengung kommen wir nach 54,71 km, um 17:07 Uhr mit überhöhter Geschwindigkeit (69 h/km) in Hann. Münden an.

17:00 Uhr, 57,39 km.
Nach einem kurzen Stopp an der Eisdiele, wieder Milchshake und Eis (Schokolade und Zitrone, ...brrr!), sind wir am Ziel.

Der Weserstein

Uwe am Weserstein Viel gibt es hier nicht zu sehen, dennoch sind hier jede Menge Menschen anzutreffen, wahrscheinlich wollen sie alle mal an der Stelle stehen wo Werra und Fulda sich vereinigen.
Man kann es ihnen nicht verübeln, denn auch wir sind hier, aber nicht lange, es ist schon spät und so fahren wir um 17:55 Uhr weiter.

Schnell haben wir Hann. Münden hinter uns gelassen, denn hier im Tal gibt es nur kleine Bodenwellen und keine steilen Anstiege mehr.

Wir wollen eigentlich auf dem Campingplatz in Hemeln übernachten, doch als wir um 18:50 Uhr dort ankommen, Uwe vorm Übersetzten fahren wir weiter um noch einige Kilometer zu schaffen.

Eine Stunde später erreichen wir Oedelsheim, das ist genug.
Der Radweg führt direkt zu Campingplatz. Wir brauchen nicht an der Rezeption vorbei und darum will ich das Zelt aufbauen ohne uns anzumelden. Doch mein schlechtes Gewissen „Uwe“ meldet sich und so gehen wir uns anmelden.

Die 20 Mark hätten wir sparen können, aber dann hätten wir auch keine Duschmarken bekommen.
Sicherheitshalber haben wir uns mit je zwei Duschmarken eingedeckt. Hoffentlich sind die Duschen nicht so schlecht wie Gestern.

Nach dem Zeltaufbau gehen wir los, die Duschen zu testen. Es gibt nichts zu klagen, die Duschen haben einen kräftigen Wasserstrahl, sind heiß und laufen 10 Minuten pro Marke.

Völlig gar und aufgeweicht geht es zurück zum Zelt und dann zum nahe gelegenen Gasthaus.

Ein, zwei Bier, ein gutes Essen, etwas Backgammon, noch ein kleinen Dorfrundgang und schon ist es wieder Zeit (23:00 Uhr) um in die Schlafsäcke zu schlüpfen.

    83,12 km Tagesstrecke   8:53 Std. Fahrzeit
  133,65 km Gesamtstrecke 12:53 Std. Ges. Fahrzeit

Sonntag 24. August 1997.

Heute Nacht habe ich endlich gut geschlafen, dennoch sind wir früh wach.
Uwe steht um 6:00 Uhr auf und geht spazieren, ich bleibe noch bis 6:30 Uhr liegen. Uwe nach Anstieg Zum Frühstück setzen wir uns an den Tisch vor der Rezeption. Da wir uns schon gestern Brötchen gekauft haben, brauchen wir nur noch Wasser aufsetzen um zu frühstücken.

Abfahrt um9:20 Uhr.

In Lippoldsberg setzen wir für 1,60 DM pro Person und Rad, mit der Fähre über die Weser.

10:00 Uhr, 10 Minuten nach der ersten Weser Überquerung fahren wir in Wahmbeck wieder aufs andere Weserufer zurück.

Kurz vor Bad Karlshafen gibt es selbst im Wesertal ein steiles Stück Radweg (25% Steigung). Also absteigen und hoch schieben, es sind nur ca. 100 Meter, aber dennoch anstrengend.

Jetzt geht es auf einem Schotterweg entlang der Eisenbahnlinie bis nach Bad Karlshafen.
Kaum im Ort fahren wir wieder hinaus, natürlich wieder bergauf. Aber nicht nur das, nein jetzt wird aus dem asphaltieren Feldweg ein mit Gras bewachsener Feldweg.
Nachdem auch dieses überstanden ist geht es auf der Straße über Meinbrexen bis nach Wehrden zum Gasthof Eulenkrug.

Es ist richtig heiß geworden, darum wollen wir für eine ¼ Stunde halten und Pause machen, um etwas zu trinken.
12:05 Uhr geht es weiter, dieses Mal auf dem Radweg.

Gerade an Fürstenberg vorbei und da passiert es, mir fliegt während der Fahrt eine Wespe in die Haare und verfängt sich. Bevor ich sie aus mein Haar schütteln kann, sticht sie mir in den Kopf. Sehr unangenehm, doch anscheint hat sie mich in Panik nur kurz angestochen.
Die Kopfhaut spannt ein wenig, aber da ich gleich mit Wasser gekühlt habe, wird sie nicht dick, Glück gehabt.

Über Boffzen, Höxter und Lüchtringen erreichen wir zum Mittag, um 13:00 Uhr, Holzminden.

Wir haben jetzt um 3:40 Stunden und 48,14 km hinter uns und somit ist Mittagessen angesagt.

Nachdem wir beim Italiener Nudel und Schafskäse gegessen haben, geht es wie gewohnt zur Eisdiele. Ich trinke wie immer meinen Milchshake und Uwe isst wie immer ...brrr!
Micha mit Skulptur Nebenbei wird unsere Route neu besprochen und entschieden, dass wir nicht wie geplant an der Weser bis Bodenwerder und dann nach Eschershausen fahren, sondern direkt. Es ist schon ziemlich spät und deshalb wollen wir nicht nochmal auf einen Campingplatz übernachten, sondern lieber Zuhause.

Abfahrt aus Holzminden zur letzten und wahrscheinlich schwersten Etappe um14:15 Uhr. An einer Tankstelle decken wir uns vorsichtshalber noch mit Getränken ein.

Bis Bevern geht es noch, aber ab Ortsmitte geht es von ca. 90 auf 140 Höhenmeter steil nach oben und dann über Lobach zum Berggipfel von ca. 220 Metern. Nun runter nach Negenborn auf 160 m Höhe um danach wieder auf 260 m zu steigen. Jetzt wieder 100 m runter und schon sind wir nach 66 km in Eschershausen.

16:00 Uhr, wir lassen Eschershausen und Holzen hinter uns. Für die nun folgenden 4,7 km brauchen wir fast 45 Minuten und steigen (keine Rede von fahren) von 160 m auf 356 m hoch.

Völlig fertig und durstig erreichen wir den “Roten Fuchs“. Hier gibt es erst einmal für jeden eine Apfelschorle und für Uwe eine Zigarette.

17:00 Uhr, es geht weiter.

3 km und 4: Minuten später haben wir Grünplan (78 km) auf einer Höhe von 200 Metern erreicht. Leider liegt der Ort in einem Tal und so müssen wir wieder auf 260 m steigen.
Jetzt ist es geschafft, es gibt keine Steigung mehr, es geht langsam über Hohenbüchen, Brunkensen und Godenau nach unten.
Hier im Leinetal als letzte Anstrengung die Leinebrücke, dann noch zwei bis dreihundert Meter fahren und schon sind wir Zuhause.

    89,74 km Tagesstrecke   8:45 Std. Fahrzeit
  233,39 km Gesamtstrecke 21:38 Std. Ges. Fahrzeit
    10,79 km/h Schnitt

Weserrunde