Für dieses Jahr war eine Radtour im Norden Deutschlands angesagt.
Mögliche Wegstrecken gab es genügend:

Doch wie wäre es wenn wir gar nicht in Deutschland radfahren würden, sondern die Tour mehr nach Dänemark verlagern? Hier waren die möglichen Strecken auch nicht schlecht.

Man sieht die Auswahl war groß. . . . Groß.

Groß ist auch die neue Brücke über den Großen Belt. Dort würden wir gerne drüberfahren.
So rief ich beim ADAC an und fragte sicherheitshalber nach ob man mit dem Fahrrad über diese Brücke fahren darf.
Beim ADAC war man auf so eine Frage nicht vorbereitet, Auto ja, aber Fahrrad?
Doch dann kam die klare Antwort. Ja, man hatte es schon im Fernsehen gezeigt, dass dort Fußgänger und Radfahrer auf der Brücke waren.
Wir waren erfreut, und so wurde die Überquerung der Brücke in unsere Tour eingeplant.
Unsere Route lautete nun so:

Mit dem Auto von Richard, bis kurz hinter Sonderburg, an die dänische Küste.
Ab dort weiter mit dem Rad über die Insel Fünen, der Großen Belt Brücke, Seeland, Falster, Lolland, Langeland und Aero zurück zum Auto.
Auf geht‘s!

Samstag, 11. 7.

Richard war der Meinung ich könnte ruhig mit dem Fahrrad bis zu ihm fahren.
So hätte er mehr Zeit zur Vorbereitung, da er nicht mit dem Auto hin- und herfahren muss. Außerdem wäre das ein gutes Training für mich.
Dass das für Richard schon fast eine Tagestour wäre, kam ihm nicht in den Sinn. Ohne groß zu diskutieren sagte ich ihm: „Ich mach das schon!“; und setzte mich kurz entschlossen in den Nahverkehrszug Richtung Ehlershausen .

12.15 Uhr Abfahrt Bahnhof Sehnde, umsteigen in Lehrte und schon bin ich um 12.49 Uhr in Ehlershausen. Der Rest ist ein Klacks.

Kaum sitze ich im Sattel um nach Nienhagen zu fahren fängt es an zu regnen.
So komme ich um 13.12 Uhr durchnäßt, aber gut auf Regen vorbereitet, bei Richard an.

Nachdem wir Gepäck und Räder in Richards Opel Kadett Karavan verstaut haben, geht es um 14.45 Uhr auf nach Dänemark.

19.05 Uhr,wir erreichen die dänische Grenze und um 19.40 Uhr sind wir in Fynshav am Anlegesteg der Fähre.
Hier suchen wir uns einen Campingplatz der nicht zuweit vom Anlegesteg entfernt ist.

Dieser ist schnell gefunden und heißt „Lillebaelt Camping“.
Da der Himmel nach Regen aussieht und wir Morgen nicht gleich mit einem nassen Zelt starten wollen, packen wir unsere Räder aus und richten die Ladefläche des Kadetts als Liegefläche her.

Jetzt sitzen wir am Wagen, genießen den Blick auf die Ostsee und essen unsere letzten mitgebrachten Brötchen und Kirschen. Danach werden die Duschen ausprobiert und dann sehen wir uns nochmals den Anlegesteg an.
Schnell ist die kurze Strecke zum Anlegesteg, wo auch gerade eine Fähre ankommt, geschafft. Da können wir uns gleich nach den Abfahrtzeiten für Morgen erkundigen. Danach geht es zurück zum Auto wo wir uns auch gleich zum Schlafen hinlegen (22.00 Uhr), denn morgenfrüh müssen wir fit zum Radfahren sein.

  Tagesdaten: 17,00 km 1:10 Std.


Sonntag, 12. 7.

Wir werden um 8.00 Uhr von der über dem Meer aufgehenden Sonne geweckt.

Haben trotz kurzer Unterbrechungen gut geschlafen. Ein Kombi ist eben noch lange kein Bett oder ein Zelt in dem man ausgestreckt schlafen kann. Doch es ging und es erspart uns das zusammenpacken des Zeltes und Satteltaschen.

Bei der Rezeption bekommen wir alles was wir zum Frühstücken brauchen und Richard kann fragen, ob er den Wagen für eine Woche auf dem Campingplatz eigenen Parkplatz stehen lassen kann.
Dieses ist möglich und so brauchen wir uns keine weiteren Sorgen um das Auto machen.
Das Frühstück ist nur kurz, denn um 9.40 Uhr verlassen wir den Campingplatz per Fahrrad. Erreichen nach einigen Minuten den Anlegesteg wo die Fähre (Thor Sydfyen) schon auf uns wartet.
Pünktlich um 10.00 Uhr legt sie ab und er micha vor der Yacht reicht nach 45 Minuten Fahrzeit die Anlegestelle Bojden auf der Insel Fünen. Die Überfahrt kostete uns zusammen 70 dänische Kronen.
Jetzt geht sie los, die Radtour, ab nun heißt es strampeln, strampeln, strampeln. Wir wollen Heute noch in Nyborg ankommen, sonst wird die Zeit für die einzelnen Etappen etwas knapp. Darum zuerst einen Blick auf die Landkarte.
Fahren wir über Svendborg oder fahren wir direkt über Kvaendrup nach Nyborg?
Ach was, wir sind so fit und optimistisch da nehmen wir doch ruhig die etwas längere Strecke über Svendborg in Kauf.
Noch nicht weit gefahren muß ich anhalten. Die Sonne knallt so stark, ich muß mir unbedingt eine kurze Hose und ein T-Shirt anziehen.
Doch das ist nicht so einfach, hier gibt es keine Stelle an der man sich ungestört umziehen könnte. Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich an einer Grundstückseinfahrt umzuziehen. Immer noch besser als frei auf der Hauptstraße und es hat sich auch keiner über meinen Strip beschwert.

Um 13.10 Uhr kommen wir nach 39,8 km in Svendborg an und fahren direkt zum Hafen um uns ein wenig umzusehen. Es macht richtig Spaß sich die schönen Jachten anzusehen.
Ein besonders schönes Boot wählen wir uns als Hintergrundbild für ein Foto aus. Als wir uns weiter im Hafen umsehen entdecken wir ein großes Zelt in dem Heute eine Sonntagsmatinee stattfindet.
Nachdem wir uns hier eine Weile aufgehalten und uns den Svendborg Herrekor angehört haben, machen wir uns an die Weiterfahrt.
Da wir im Hafen keine Gelegenheit zum Essen gefunden haben, halten wir um 15.00 Uhr kurz vor dem Ortsausgang an. Hier hat eine Bäckerei auch sonntags geöffnet. Ein paar Hefestücke und etwas Milch reichen aus, um uns für die nächste Etappe zu stärken.

Unser erstes Ziel kommt in Sichtweite.

Nach 77 km können wir die roten Pylonen der Hängebrücke über den Großen Belt sehen. Dennoch sind es noch gute 2 km bis nach Nyborg wo wir um 17.30 Uhr ankommen.
Jetzt ist der Hunger groß. Wer soviel Fahrrad fährt darf auch etwas essen.
Nachdem wir ein wenig durch die Stadt gefahren sind, entschließen wir uns für eine Pizzeria in der Fußgängerzone. Es ist zwar nicht die beste Pizza, aber unser Hunger ist gestillt. Der Rest des Weges bis zu Campingplatz ist nicht mehr weit, hier kommen wir um 19.00 Uhr an.
Richard geht in die Rezeption um uns anzumelden, dort erkundigt er sich nochmals, ob es möglich ist mit dem Fahrrad über die Brücke zu fahren.

Was er mir dann mitteilt ist frustrierend.

Die Straße und somit auch die Brücke ist eine Autobahn und dort dürfen keine Fahrräder drüber. Was nun?
So richtig können wir es nicht glauben, das kann doch wohl nicht war sein, ich habe mich doch extra beim ADAC erkundigt. Na, vielleicht wissen die aus der Rezeption es auch nicht so genau und so fahren wir, nachdem wir unser Zelt aufgebaut haben, noch einmal los.

Als wir die Straße zur Brücke erreichen fahren wir die Auffahrt hinauf, sie ist schön breit und hat einen ca. 3 Meter breiten Seitenstreifen. Hier wäre es ohne weiteres möglich mit dem Fahrrad zu fahren, doch ist es erlaubt?
Sollte es tatsächlich eine Autobahn sein, so könnte es unseren Führerschein kosten, wenn man uns erwischt. Ziemlich riskant. Immer noch wissen wir nicht was wir machen.

Unten am Ufer des Großen Belt liegt ein Schiff der coast guard, die müßten das wissen.

So fahren wir hinunter um zu fragen.

Es ist nicht zu glauben, auch die wissen es nicht.
Was sollen wir nur machen, wir würden doch zu gerne mit dem Fahrrad über die Brücke fahren. Doch jetzt fahren wir erst einmal zum Campingplatz zurück.

Hier mache ich den letzten Versuch und frage, dieses Mal einen Taxifahrer.

Der sagt mir, ohne zu zögern: „Dieses ist eine Autobahn und auf der darf man nur mit einem Kraftfahrzeug fahren. Wenn Sie mit dem Fahrrad hinüber wollen, müssen Sie zum Bahnhof von Nyborg. Von dort geht dann ein Bus mit Fahrradanhänger hinüber.“ Jetzt haben wie es klar und deutlich, unsere Enttäuschung ist groß.

Am Bus Dieses Mal haben wir eine konkrete Antwort erhalten und müssen wohl oder übel auf eine Überquerung des Großen Belt per Fahrrad verzichten.

Auf dem Campingplatz lerne ich ein älteres Ehepaar aus Friesland kennen. Sie sind mit einem großen Wohnmobil unterwegs. Als ich ihnen unser Leid klage, erzählen sie mir, dass sie Fahrradfahrer auf der Brücke gesehen haben. Doch jetzt wollen wir nicht mehr fahren, denn verboten bleibt verboten.
Ich frage sie, ob sie mit dem Wohnmobil hinüber fahren und uns eventuell mitnehmen könnten.
Doch sie waren schon drüben und nochmals würden sie nicht hinüber fahren.
Schade, kann mann nichts machen. Als ich mich dann von ihnen verabschiede, um mit Richard im Aufenthaltsraum des Campingplatzes ein Weltmeisterschaftsspiel im Fußball zu sehen, bekomme ich für uns beide je ein Dose Bier geschenkt.

So lassen wir den Tag bei einem Fußballspiel und einem Bierchen ausklingen und liegen um 23.30 Uhr im Schlafsack.


  Tagesdaten:   83,53 km 5:16 Std.
  Tourdaten: 100,53 km 6:26 Std.


Montag, 13. 7.

7.45 Uhr, geschlafen haben wir nicht gut und das trotz Wasserbett.

Ich hatte extra eine Plane mitgenommen, um sie unter das Zelt zu legen, damit es trocken und sauber bleibt. Doch ich hab die Plane so hingelegt das sie unter dem Zelt hervor schaute und somit konnte das Regenwasser wunderbar auf der Plane unter das Zelt laufen.
Das Zelt schwamm, und fast alles im Zelt war naß. Doch so was macht uns doch nichts aus.

Um 9.00 Uhr haben wir uns gemütlich an einem Tisch vor der Rezeption zum Frühstücken hingesetzt.
Während wir gemütlich frühstücken sind unsere Sachen, die wir an allen möglichen Stellen aufgehängt haben, am trocknen.

Als wir um 10.30 Uhr den Campingplatz verlassen und in Richtung Bahnhof fahren, sind die Sachen zwar noch nicht ganz trocken, aber den Rest wird schon der Fahrtwind besorgen.
Allee Eine Viertelstunde später haben wir den Bahnhof erreicht. Bezahlen 166 dkr und sitzen um 10.55 Uhr im Bus, der um 11.02 Uhr abfährt. Das ging schnell.
Genauso schnell haben wir die Mitte der Brücke erreicht und die Insel Fünen verlassen.
Um 11.40 Uhr sind wir auf Seeland gelandet und schon wieder am aussteigen .
Bis zur Stadtmitte des Ortes Korsor ist es nicht weit. Hier kaufen wir bei Aldi erst einmal ein paar Lebensmittel und Getränke ein und um 13.00 Uhr sind wir schon wieder aus dem Ort heraus.

22 km später im Ort Skaelskor machen wir um 14.00 Uhr Mittag, essen Obst, Joghurt und Brot. Hier nehmen wir auch die Gelegenheit wahr und schreiben Postkarten.

Nach 1,5 Stunden geht es weiter. Um 16.20 Uhr stehen wir an der Holsteinburg anno 1549 um eine Rast zu machen.
Die Burg ist bewohnt und gut erhalten. Wir können in den Innenhof gehen und uns ein wenig umsehen.
Als wir weiterfahren, kommen wir auch an dem gepflegten Burgpark vorbei.

Die letzten Kilometer waren angenehm zu fahren, durch schöne Wälder und Landschaften.
So erreichen wir gegen 18.00 Uhr De Hvide Svaner Camping kurz vor Naestved.

Auf dem Platz Die Sonne schein noch schön und so breiten wir unsere noch immer feuchten Sachen aus. Bis alles trocken ist haben wir Zeit und so gehen wir in den Campingplatz eigenen Swimmingpool.

Das Wasser ist nicht gerade warm, aber es macht dennoch Spaß.

Nach dem erfrischenden Bad gibt es erst einmal Abendbrot und dann werden unsere nun trockenen Sachen im Zelt verstaut.
Zum Abschluss des Tages machen wir einen kleinen Spaziergang um den Campingplatz herum und nutzen die Gelegenheit Zuhause anzurufen.

22.22 Uhr, es ist Zeit zu schlafen.

  Tagesdaten:   55,72 km   3:37 Std.
  Tourdaten: 156,25 km 10:03 Std.


Dienstag 14. 7.

Diese Nacht war stürmisch, aber trocken, dennoch stehen wir um 7.45 Uhr auf.

Zum Frühstücken setzen wir uns vor den Lebensmittelladen, an die dort stehenden Tische. Hier läßt es sich gut sitzen und frühstücken, auch wenn uns alle, die in den Lebens-mittelladen gehen, auf das Brötchen gucken.

Um 9.45 Uhr sind wir mit essen und packen fertig, nun kann es weiter gehen.

Es ist ziemlich stürmisch und um kurz nach 11.00 Uhr müssen wir unsere Weiterfahrt für ca. eine Stunde unterbrechen, es regnet.

Den Rest der Strecke bis nach Vordingborg schaffen wir auch nicht in einem Stück, immer wieder müssen wir uns unterstellen, um nicht zu naß zu werden.

Um 14.30 Uhr nach 36 km haben wir es geschafft, wir sind in Vordingborg. Hier setzen wir uns in ein Cafe und genießen das Erdbeerstück und die heiße Schokolade.

Das nächste Stück der Strecke wird nicht leicht. Vor uns liegt ein langes freies Stück über eine Brücke oder einen Damm, wir werden sehen. Hier müssen wir bestimmt kräftig gegen den Wind kämpfen.

Gut gestärkt geht es um 15.40 Uhr raus aus Vordingborg. Jetzt können wir das vor uns liegende freie Stück überblicken, es ist eine Brücke. Sie verbindet die Inseln Seeland mit der Insel Falster.

Der Wind ist wahnsinnig stark und kommt uns natürlich voll entgegen.
Nein, das ist nichts für Richard, er will Spaß beim Fahrrad fahren haben und sich nicht kaputt machen. So trennen sich hier vor der Brücke unsere Wege. Richard fährt zurück nach Vordingborg, um die Bahn zu nehmen und ich werde mich gegen Regen und Wind kämpfend nach Saksköbing quälen. In Saksköbing wollen wir uns dann am Bahnhof treffen. (Tachostand 38,8 km und es ist 15.50 Uhr).

Kaum auf der Brücke, erfaßt eine starke Windböe meine Kappe.
Schei..., die gehört doch Daniel. So sehr ich auch suche, der Wind hat sie wer weiß wohin getrieben. Wahrscheinlich ist sie sogar ins Wasser geflogen. Ziemlich verärgert darüber, das ich nicht genügend auf die Kappe aufgepaßt habe, fahre ich über die fünf Kilometer lange Brücke. Mal gut dass ich so sauer bin, sonst hätte ich diese anstrengende Überfahrt gar nicht geschafft.

Doch die Tortur ist noch nicht zu Ende. Vor mir liegt ein neues, langes gerades Stück Weg, natürlich immer noch mit Gegenwind und Nieselregen. Also weiter, am Horizont seh ich einen Hügel, dann kann es nicht mehr weit sein.
Doch so leicht läßt man sich täuschen. Kaum habe ich die Kuppe des Hügel erreicht, sehe ich, nach einer endlos langen Stecke, den nächsten Hügel, wieder am Horizont. So soll es mir noch einige Mal ergehen und das Ganze mit nicht enden wollenden Wind und Nieselregen.

Gerade hab ich bei Guldborg über eine Brücke fahrend, die Inseln gewechselt.
Ich bin nun auf Lolland.
Die Inseln liegen so dicht zusammen, daß man den Guldborg Sund glatt für einen Fluß halten könnte.

16.50 Uhr, es hat aufgehört zu regnen, doch ich brauche ein Handicap, nur Wind das ist doch nichts. Wie wäre es denn mit einem Platten?

Ganz langsam verliert mein Hinterrad Luft. Da das aber ziemlich langsam geht, halte ich nur zwischendurch mal an und pumpe wieder etwas Luft nach. So erreiche ich Saksköbing und suche den Bahnhof. (Tachostand 68,8 km und es ist 18.15 Uhr).

Um 18.28 Uhr hab ich ihn erreicht und 6 Minuten später kommt auch Richard um die Ecke. Er hatte in der Bahnhofshalle auf mich gewartet.

Jetzt fahren wir in die Innenstadt und sehen uns nach etwas Eßbarem um.
Viel ist in der Innenstadt nicht los. Dafür ist die Stadt wohl ein wenig zu klein, dennoch gibt es auch hier eine Pizzeria.

Nachdem wir zum Abendbrot Pizza gegessen haben, geht es zum Campingplatz. Er ist nicht weit weg, ich bin bei der Herfahrt an ihm vorbei gekommen.

19.00 Uhr wir sind da und bauen unser Zelt, nicht weit entfernt von den Duschkabinen, auf.
Hier haben wir die Möglichkeit unsere feuchten Sachen in einem Unterstand aufzuhängen und die Fahrräder abzustellen. Ein Tisch zum Frühstücken morgenfrüh ist auch nicht weit. Kaum fertig mit aufbauen des Zeltes, wartet die nächste Aufgabe. Nun ist mein Fahrrad dran, es muß der Reifen geflickt werden.
In der Zwischenzeit geht Richard schon mal duschen. Ich beeile mich mit dem flicken, denn nach dieser anstrengenden Tagestour bin ich ganz gierig auf eine schöne warme Dusche.

Gegen halb Zehn haben wir alles geschafft und liegen in unsren Schlafsäcken.
Ich bin nun auch richtig müde, die heutige Strecke hatte es in sich und die schöne warme Dusche gab mir den Rest.

  Tagesdaten:   72,00 km   5:26 Std.
  Tourdaten: 228,25 km 15:29 Std.


Mittwoch 15. 7.

Wow, es ist schon 10.00 Uhr als wir wach werden, so lange haben wir noch nie geschlafen. Macht nichts wir haben noch drei Tage Zeit für den Rest der Strecke und den größten Teil haben wir wohl schon hinter uns.

In dieser Nacht hatte es etwas geregnet, aber jetzt scheint die Sonne.
Während ich den Tisch decke geht Richard die Brötchen holen, die wir gestern Abend an der Rezeption bestellt hatten.

Beim Frühstück schreibe ich mir einige Notizen für diesen Bericht auf und muß feststellen, daß meine Uhr auf Stoppuhr gestellt ist. Demnach war es gar nicht 10.00 Uhr als wir aufgestanden sind, sondern noch so gut wie mitten in der Nacht, denn jetzt ist es erst 7.40 Uhr. Mann, nun haben wir aber noch jede Menge Zeit.

Die nutzen wir zum gemütlichen Frühstück, zum trocknen des Zeltes und zum langsamen und ordentlichen verstauen des Gepäckes.

Gegen 9.30 Uhr ist alles fertig und wir fahren los. Zuerst noch mal in die Innenstadt um Getränke einzukaufen.
Beim Verpacken stellt Richard fest, an seinem Hinterrad sind zwei Speichen gebrochen. Da wir keine Ersatzspeichen haben und wir damit auch nicht in eine Werkstatt fahren wollen, belassen wir es beim Entdecken.
Am Brunnen sitzend Bevor wir Saksköbing endgültig verlassen, bitten wir einen Passanten ein Foto von uns zu machen, dann geht es raus Richtung Maribo.

Um 11.00 Uhr haben wir Maribo erreicht.
Maribo ist eine größere Stadt und hat auch dementsprechend mehrere Geschäfte in denen man eine Kappe kaufen kann.
Mein Ärger über den Verlust der Kappe ist nämlich immer noch nicht verflogen.

So gehe ich in jedes Geschäft indem es möglicherweise Kappen gibt.
Ich muß sagen, die Auswahl ist nicht klein. Jeder Laden in den ich gehe hat einige, doch die sind nicht so schlicht wie ich sie mir wünschte, sondern bunt oder voll mit Werbung wie Coca Cola, Adidas, Nike oder ähnlichem. Dazu kommt dann auch noch der hohe Preis, keine Kappe war unter 40 - 50 DM zu bekommen und das ist mir doch etwas zuviel Geld.
Dennoch, die große Anzahl an Geschäften und meine Ausdauer macht es möglich, ich habe Glück und bekomme eine schöne stabile und vor allen Dingen werbefreie Kappe zu einem guten Preis.
Kaum bin ich aus dem Geschäft, fängt es wieder einmal an zu regnen doch dieses mal verbringen wir die Wartezeit in einem Cafe und lassen den Regenschauer an uns vorüber ziehen.

Um 11.30 Uhr ist es vorbei mit dem Regen und wir können unsere Fahrt fortsetzen.

Auf unserer Landkarte ist ab Maribo eine mit grünen Punkten gestrichelte Strecke eingezeichnet, die in etwa unserem Streckenverlauf entspricht. Wie wir später erfahren handelt es sich hierbei um eine landschaftlich schöne Route, der „Marguerit-Rute“. Da diese Strecke fast immer abseits der Hauptstraße, aber nie zuweit davon entfernt verläuft, nehmen wir ab nun diesen Weg.

Dennoch sind die nächsten Stunden nicht gerade die Schönsten. Nicht der Strecke wegen. Nein, die ist schön und verkehrsarm, aber der Regen macht uns zu schaffen.
Immer wieder müssen wir unsere Fahrt unterbrechen, um nicht all zu nass zu werden.
Diese Art zu fahren, macht nicht gerade den größten Spaß und dann geht Richard seinem Hinterreifen auch noch die Puste aus, was wieder einen ungewollten Stopp hervorruft.

Doch das Problem ist schnell behoben und als wir um kurz nach 14.00 Uhr das Örtchen Halsted erreichen ist alles Schlechte wieder vergessen.
Hier scheint die Sonne wieder so stark, daß wir, während wir unser Mittagsmüsli essen, alles Nasse zum Trocken aufhängen.

Als es nach fast einer 3/4 Stunde weiter geht, ist alles trocken und Richard entschließt sich sogar eine kurze Hose anzuziehen.
Die Entscheidung war nicht falsch, denn in dem zirka eine Stunde entfernten Ort Sandby sitzen wir schon wieder gemütlich vor einem Lebensmittelladen in der wärmenden Sonne und essen Eis. So läßt es sich leben und radfahren.
Doch lange können wir nicht verweilen. Schnell noch Brot und Käse eingekauft und weiter geht’s.
Bis zum Ort Taer, von wo die Fähre abfährt, ist es nicht mehr weit. Um 16.32 Uhr, nach 48 Kilometern und 3,44 Stunden sind wir da.

Als wir auf einem kleinen Hügel um eine Häuserecke kommen, können wir den Hafen auch schon sehen und auch die Fähre, . . . wie sie den Anleger gerade verlässt.

Pech, aber macht nichts, um 17.15 Uhr soll schon die Nächste kommen.

So ist es auch, um 17.20 Uhr sind wir an Bord, bezahlen unsere Fährgebühr von 130 dkr und um 17.30 Uhr verlassen wir den Hafen Taer und somit auch die Insel Lolland.

18.17 Uhr, wir sind auf der Insel Langeland gelandet.
Gleich hier im Ort gibt es zwei Campingplätze, diese wollen wir uns kurz ansehen, um uns dann für den, für uns besseren zu entscheiden.

Der Erste war der Beste, also zurück und um 19.00 Uhr geht es ans Zelt aufbauen.

Danach ist Abendbrotzeit, heute gibt es Tomatensuppe zum Käsebrot und als Nachtisch Toblerone zum Tee.
Das tat gut, nun noch vor dem Schlafen gehen, eine kleine Runde durch den Hafen. Zu Fuß, denn ein bisschen Bewegung muß sein, vor allem nach diesem deftigem Essen.

21.30 Uhr Feierabend.

  Tagesdaten:   55,12 km   4:10 Std.
  Tourdaten: 283,37 km 19:39 Std.



Donnerstag 16. 7.


Uhr aufstehen, frühstücken und ein kleiner Smalltalk mit einem schweizer Pärchen, dann die Abfahrt um 10.20 Uhr. Doch welche Strecke ?

Langeland ist eine lange, von Nord nach Süd verlaufende Insel.
Wir brauchen sie nur zu queren und das ist über die Hauptstraße in unter einer Stunde zu schaffen. Schnell könnten wir die Insel hinter uns lassen, aber was haben wir davon?

Die Strecke der eingezeichnete „Marguerit-Rute“ ist bestimmt 6–7 mal so lang wie der direkte Weg, doch sicher auch 6 –7 mal reizvoller.

Was uns zu dem Entschluß bringt die längere Strecke zu wählen. Wie auch schon gestern war das der beste Entschluß.
Die Strecke ist hervorragend, es ist zwar sehr hügelig, aber auch sehr Waldreich.
So geht es den einen Hügel rauf, in den nächsten Wald hinein um dann auf der anderen Seite des Hügels durch ein großes Kornfeld wieder den Berg hinauf zu fahren.
So zu fahren das macht Spaß und das Wetter ist super, nur Sonne kein Wind und auch kein Regen.
Nach der Hälfte der Strecke erreichen wir ein großes Schloß, doch unser Interesse daran ist nicht groß, die Landschaft gefällt uns besser und darum fahren wir auch weiter.

Richard auf Magaretenweg Langsam kommen wir der Westküste von Langeland immer näher. Von einem Hügel aus kann man schon den Verlauf der Küstenlinie sehen, ein wunderbarer Anblick.
Kurz vor dem Ziel kommen wir an einer Werkstatt für Kunsthandwerk vorbei. So was muß man sich anschauen, erst recht wenn man soviel Zeit hat wie wir.
Hier gibt es schöne Sachen zu sehen. Viele Sachen aus Wachs, jede Menge Kerzen in allen Farben, Formen und Größen und natürlich auch die dementsprechenden vielen Kerzenständer in jeglicher Form und Größe.
Dieses alles wäre etwas für unsere Frauen gewesen. Wir würden ihnen gerne ein oder zwei Teile mitnehmen, doch wohin damit auf einem Fahrrad? So bleibt uns nichts anderes übrig als all die wunderbaren Dinge dort zu lassen und uns weiter auf unsere Route zu begeben.

13.15 Uhr, wir haben nach 31,6 km den Ort Rudkoebing an der Westküste erreicht.

Jetzt schließen wir unsere Fahrräder in der dortigen Fußgängerzone an und hoffen, dass man unsere Satteltaschen nicht klaut.

Ganz schön was los hier in der Fußgängerzone, jede Menge Leute. Man könnte meinen es wäre ein Sonnabend und alle wären beim Einkaufsbummel.
Also gehen auch wir bummeln, kaufen in einem Geschäft Souvenirs, essen jeder eine große Pizza und besuchen ein kleines Museum.

Im Museum ist einiges über die dänischen Inseln und deren Landschaft und Geologie zu sehen, außerdem findet hier auch gerade eine Ausstellung alter „Nimbus“ Motorräder statt.
Das alles war so interessant, daß wir beinnahe die Zeit vergessen hätten, es ist schon 14.30 Uhr und um 14.45 Uhr soll die Fähre abfahren.
So heißt es jetzt beeilen, denn wir müssen die Innenstadt erst einmal verlassen und dann den Hafen mit dem Fähranleger finden.
Für solch geübte Fährefahrer wie wir ist so was natürlich kein Problem, ruckzuck ist die Fähre gefunden und tatsächlich schaffen wir es, 5 Minuten vor der Abfahrt an Bord zu sein.

15.45 Uhr, eine Stunde nach verlassen von Langeland landen wir in Marstal auf der Insel Aero.
Mit Teddy Diese ist die kleinste von uns zu befahrende Insel, dennoch beinhaltet dieses nicht die kürzeste zu befahrende Inselstrecke. Entgegen Langeland liegt Aero nicht in Nord-Süd- Richtung, sondern in der von uns zu befahrenden Ost-West-Richtung.

Auch hier gibt es die „Marguerit-Rute“ und da sie genau wie unser Weg verläuft, werden wir diese Route auch nehmen.
Leider verfahren wir uns gleich nachdem wir den Ort Marstal verlassen haben und verlieren total die Orientierung.

Laut Karte sollte linker Hand Land sein, doch dort ist die See und eine Landzunge zu sehen.
So sehr wir auch die Karte drehen und wenden, wir finden unseren Standpunkt nicht. Man gut, daß keiner weiß, das wir bei der Landesvermessung beschäftigt sind, das würde keiner glauben.

Nicht weit von hier stehen einige Häuser, dort wird man uns Auskunft über unseren Standpunkt geben können. Doch dazwischen liegt eine schöne steile Abfahrt und ein ebenso steiler Aufstieg.
Oben angelangt erfahren wir, dass das natürlich der falsche Weg war.
Also gleiche Abfahrt, gleicher Anstieg, zurück bis zur letzten Kreuzung und hier nach rechts, statt nach links, schon sind wir auf dem richtigen Weg.
So einfach ist das, dennoch wollen wir es nicht glauben und fragen sicherheitshalber den nächsten Passanten, nochmals nach dem Weg.
Nachdem dieser uns unseren Standort gezeigt hat, sind wir von der Richtigkeit des Weges überzeugt.
Jetzt wird uns auch klar warum wir unseren Standort auf der Karte nicht gefunden haben.
Die Landzunge die wir sahen war in Wirklichkeit die Nachbarinsel und unsere Entfernung zum Ort Marstal war kürzer als angenommen.
Wir hatten ihn auf der falschen Seite verlassen und dann im großen Bogen umrundet.
Das Ganze war zwar nur ein kleiner Umweg von ca. 2 km, doch die dafür gebrauchte Zeit und Anstrengung war nicht wenig.
Da wir uns nun auf dem richtigen Weg befinden, können wir die Landschaft auch wieder genießen.

Unser Weg führt uns quer und hoch über die Insel und so haben wir einen schönen Blick auf die nördliche Küstenlinie. Man sieht wo die Orte Marstal und Aeroskoebing liegen, erkennt wunderbar die Bucht von Aeroskoebing und sieht sogar die Inseln Langeland und Fünen.
So erreichen wir nach 50,4 km, um 17.33 Uhr Aeroskoebing.

Aeroskoebing ist eine sehr schöne Stadt, sie gefällt uns von allen bisher gesehenen Orten am besten. Sie hat überall alte, aber ordentlich erhaltene Fachwerkhäuser, enge Gassen mit Kopfsteinpflaster und kleine Geschäfte.
Als wir am Marktplatz ankommen, wird dort gerade ein Fest gefeiert. Hier gibt es Musik, Tanz, Kaffee und Kuchen. Wenn das kein Grund zum verweilen ist!
Also werden die Fahrräder am Straßenrand angeschlossen und schon sind wir mitten auf dem Fest.

Wir hören der Musik zu, sehen den Gauklern und Jongleuren zu und essen mit großem Appetit Pfandkuchen zum Kaffee.
Herrlich, so gefällt uns das. Doch wir müssen noch einen Campingplatz finden. Also zurück zu den Fahrrädern, noch eine kleine Runde durch den Ort und dann wird der Campingplatz gesucht.

Kurz nach 18.00 Uhr haben wir es geschafft. Da es nur einen im Ort gibt haben wir ihn schnell gefunden.
Es ist ein ziemlich großer Campingplatz und er ist auch gut belegt. Dennoch finden wir ein schönes Plätzchen am Rand, wo wir sogar unsere Sachen zum trocknen aufhängen können ohne dass es die Anderen stört. Nach dem Aufbau des Zeltes gehen wir den Platz erkunden.
Wo sind die Toiletten, die Wasch- und Duschgelegenheiten und was ist im großen
Gemeinschaftshaus los? Wo hört der Campingplatz auf und wo kommt man hier zum Strand? Könnte man hier baden?
Nach einer 3/4 Stunde ist alles erkundet. Wir haben alles gefunden, auch den Strand und baden wäre möglich, doch wer will schon ins kalte Wasser?
Im Gemeinschaftshaus gibt es Zubereitungs-, Koch- und Abwaschmöglichkeiten, sowie auch jede Menge Sitzgelegenheiten, die wir jetzt natürlich nutzen werden.

Schnell sind unsere Lebensmittel geholt und schon sitzen wir gemütlich am Tisch und essen Abendbrot.
Jetzt nach dem Abendessen könnte man eigentlich eine kleine Radtour machen?
Wie wäre es mit einer kleinen Stadtrundfahrt?
Gesagt, getan. Schon sind wir mit unseren Fahrrädern in der Stadt.

Herrlich, muß man wirklich sagen, eine sehr schöne Stadt. Dennoch brauchen wir nicht lange um alles zu erkunden, denn groß ist die Stadt nun mal nicht. Also fahren wir nochmals zum Marktplatz um zu sehen was dort noch los ist.
Zu spät, hier gibt es nichts mehr zu sehen. Die Musik ist aus, die Getränke und Kuchenbar ist geschlossen und die Leute sind alle verschwunden. Schade.

Zurück auf dem Campingplatz gehen wir Duschen.
Für die benötigten 2,- DK musste man ganz schön schnell sein. 1,- DK zum befeuchten des Haares und 1,- DK zum ausspülen, das Ganze in insgesamt ca. 120 Sekunden.
So kurz habe ich noch nie geduscht. Beschweren oder noch mehrere Duschmarken kaufen war nicht drin, ab 21.00 Uhr ist die Rezeption geschlossen.
Pech, was jetzt nicht ausgewaschen oder abgespült war ging nun nur noch mit kaltem Wasser raus.
Durchgefroren, aber abgehärtet konnte ich so Richard schon einmal vorwarnen.
Er schaffte daraufhin das Duschen mit nur warmem Wasser.

21.45 Uhr, Zeit zum Licht löschen.

  Tagesdaten:   52,00 km   3:53 Std.
  Tourdaten: 335,37 km 23:32 Std.


Freitag 17. 7.

So abgehärtet wie ich gestern in den Schlafsack gestiegen bin, konnte ich ja nur super chlafen. Trotzdem hieß es um 7.15 Uhr, aufstehen.

Wir lassen uns, wie eigentlich jeden Morgen, Zeit zum Frühstücken und verpacken des Zeltes und der Satteltaschen. Denn Zeit haben wir genügend, was uns fehlt sind:
Geld, Lebensmittel, größere Transportmittel dafür, ein Motor um die Transportmittel zu bewegen oder die entsprechenden Zugtiere dafür, bessere Unterkünfte, weichere Betten.

Halt Stopp!
Das reicht, man darf doch wohl noch träumen, erst recht wenn man Zeit hat, doch jetzt ist es 9.40 Uhr und wir wollen los.

Kurz hinter dem Ort sehen wir eine Ausschilderung mit dem Namen Soeby Fahrradroute 90. Nach Soeby wollen wir, warum also nicht diese Route nehmen, unsere „Marguerit-Rute“ verläuft dieses Mal nämlich an der Hauptstraße entlang.
Die Strecke ist wirklich Abseits, wir fahren nur über landwirtschaftliche Wege und landschaftliche Wege müssen nicht geteert sein. Außerdem geht die Strecke bis zum nächsten Hof immer abwärts Richtung Küste und dann wieder steil bergauf ins Landesinnere bis kurz vor der Hauptstraße.
Am Strand entlang Man kann es sich gar nicht vorstellen wie hoch die Insel sich erhebt und bei dem Gepäck und diesen schlechten Straßenverhältnissen ist es fast nicht zu schaffen.
Als Tagestour ohne Gepäck, kein Problem. Doch so geben wir auf und fahren nach dem 4 oder 5 Hof, wieder auf unsere alte, an der Hauptstrasse entlang führende „Marguerit- Rute“.

Hier dreht Richard richtig auf, hier ist die Straße auch wieder geteert und nicht mehr so hügelig. Ich muß mir richtig Mühe geben um von Richard nicht abgehängt zu werden.
Laut unserem kleinen Fährfahrplan, den wir seit der ersten Überfahrt besitzen, soll um 10.45 Uhr eine Fähre abfahren. Richard hätte sie bekommen, genau eine Minute früher kommen wir in Soeby an. Doch die eingetragene Abfahrtszeit ist nicht richtig. 10.00 Uhr oder 12.45 Uhr wäre richtig gewesen. So aber haben wir wieder das, was wir schon immer hatten, . . . Zeit.

Diese letzten Stunden unseres Fahrradurlaubes nutzen wir jetzt auch aus. Das Wetter ist auch Heute, wie schon seit Tagen herrlich sonnig und warm, also ran an den Strand und ab in die Sonne gelegt.

So wunderbar aufgewärmt und abgehärtet vom Eisduschen, wage ich es sogar zweimal, mich in die doch etwas kalte Ostsee zu stürzen. Richard der Warmduscher blieb lieber trocken und in der Sonne liegen.

Nun sind auch die letzten 2 Stunden um, wir sehen schon unsere Fähre anlegen. Schnell sind die Sachen angezogen und wir auf dem Weg zur Fähre.

12.45 Uhr, wir verlassen die Insel Aero.

Aero und die Insel Langeland haben uns sehr gut gefallen. Es würde sich schon lohnen auf einer dieser Inseln einen längeren Urlaub zu verbringen.

13.47 Uhr, wir haben wieder Festland unter den Füßen.

Fähre hat in Mommark angelegt, einer kleinen Stadt, etwas südlicher von unserem Anfahrtsort Fynshav gelegen. Doch den Rest der Strecke werden wir auch noch schaffen.
Gleich an der ersten Kreuzung nach dem richtigen Weg gefragt und schon sind wir auf einem den großen Hauptstraßen abgelegenen Weg. Dieser Weg führt uns über Felder und durch Wälder direkt zum Lillebaelt Campingplatz von Fynshav.

Ankunft am Auto 14.34 Uhr.
Jetzt brauchen wir unsere Sachen nur noch im Auto zu verstauen, ein wenig frisch gemacht und schon ist es aus mit Fahrrad fahren.

Ab 15.10 Uhr geht es nur noch mit dem Auto weiter, wir verlassen den Campingplatz.

In Soenderborg wo wir gegen 15.30 Uhr sind machen wir einen Stadtbummel.
Wir suchen eine Gelegenheit um etwas zu Essen und auf diese Art auch unsere letzten dänischen Kronen los zu werden.
Räder am Strand Gar nicht so einfach, nirgends ist ein Imbiss oder ähnliches zu entdecken. Wir sind schon von einem zum anderen Ende der Fußgängerzone gegangen. Doch hier an diesem Ende haben wir Glück, hier gibt es Pizza und mit dem Kauf der Getränke, sind wir auch unsere letzten dänischen Kronen los.
Eine Stunde haben wir dafür gebraucht, doch jetzt sind wir auf dem Heimweg und überschreiten um 17.20 Uhr die deutsch-dänische Grenze.

21.00 Uhr wir kommen in Nienhagen bei Skop‘s an. Ulla freut sich uns gesund wiederzusehen und bereitet uns noch ein Abendessen zu.

Den Rest meiner Strecke brauche ich nicht mit dem Fahrrad oder der Bahn zurückzulegen, Richard fährt mich mit dem Auto nach Hause.


  Tagesdaten:   34,70 km   2:40 Std.
  Tourdaten: 370,07 km 26:12 Std. 14,65 km/h Schnitt.




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