Dieses Jahr liegt die Planung unserer Fahrradtour in den Händen von Richard.
Wann sie losgehen sollte stand schon fest, doch egal wann wir miteinander sprachen, er rückte nicht mit dem Ziel unserer Fahrradtour heraus.

Knapp eine Woche vor dem Start erfuhr ich, dass wir von Zuhause, Richards Zuhause, losfahren werden. Bei Skop Zuhause

Unsere Tour soll uns einmal um die Lüneburger Heide führen. Das war keine schlechte Idee, ist mal was Anderes als erst irgendwo hinzufahren um dann von dort zu starten.
Richard hatte schon Kartenmaterial mit Weg- und Sehenswürdigkeitsbeschreibung besorgt. Wir brauchten also nur losfahren.


21. August 03, Donnerstag.

Abfahrt von Zuhause zum Sehnder Bahnhof, um mit dem Zug um 9:55 Uhr nach Lehrte und von dort um 10:30 Uhr mit der S-Bahn nach Ehlershausen zu fahren. Von hier brauche ich 26 min um die 7,8 km bis zum Haus Skop zurückzulegen.

Bevor wir uns auf unsere Tour begeben, gibt es zur Stärkung erst noch Kaffee und Kuchen.

Abfahrt aus Nienhagen ist um 12:30 Uhr. Sandpiste bei Winsen

Bis Celle gibt es, von Nienhagen aus, einen schönen, unbefestigten Radweg. Dieser ist gut zu befahren und so haben wir Celle schnell erreicht.
Aufhalten wollen wir uns hier nicht, nur durch. Doch das ist nicht so einfach, einmal nicht richtig auf die Karte geschaut und schon sind wir falsch. Gott sei Dank nicht all zu weit, wir müssen nur etwas zurück und unter der Brücke hindurch und nicht darüber.

Jetzt sind wir wieder auf dem richtigen Weg.

Weiter geht es über den Ort Hambühren nach Oldau, hier quälen wir uns über einen sandigen Weg.
Auch der Weg über Südwinsen nach Wietze ist nicht besser. Ganz schön Anstrengend durch Sand zu fahren.

Als wir um 15:20 Uhr, für 1 Stunde eine Kaffeepause einlegen, haben wir es uns verdient.

Bei verdienter Pause 17:00 Uhr, wir überqueren, bez. wir fahren unter der A7 durch. Erreichen den Ort Buchholz, biegen falsch ab und wundern uns warum die Karte nicht mit der Landschaft übereinstimmt.
Nachdem wir unseren Standpunkt in der Karte gefunden haben, schaffen wir es auch wieder auf unseren richtigen Weg nach Schwarmstedt zu kommen.

Bei Bothmer überqueren wir die Leine und erreichen über Grethem, Büchten und Ahlden den Ort Eilte. Hier gibt es wieder einmal eine gute Gelegenheit um sich zu verfahren, was wir auch gleich nutzen.
Wir biegen ab und wundern uns nur warum sich die geteerte Straße nach ca. 1 1/2 km in einen Schotter- und dann in einen Forstweg wandelt.
Nachdem das Gras auf dem Weg immer höher wird und der Wald immer dichter, erkennen wir unseren Fehler.

Auf der Fahrt zurück bis zum geteerten Weg, kommen wir an einem Gedenkstein vorbei. Auf diesem steht geschrieben:
Wolfsstein

An dieser Stelle
wurde
am 27. Aug. 1948
der Würger von
Lichtenmoor
ein starker
Wolfsrüde
vom Bauern
Herrmann Gaatz
aus Eile erlegt.

Da haben wir ja richtig Glück gehabt, dass es den Wolf nicht mehr gibt, wo wir uns so tief im Wald verirrt haben.
Eigentlich wollten wir uns, da es schon 19:30 Uhr ist, hier ein gemütliches Plätzchen zum Übernachten suchen. Doch nun fahren wir lieber noch ein wenig, um eine etwas belebtere Stelle zu finden.

Gegen 20:00 Uhr ha ben wir die Zivilisation wieder erreicht, es tauchen ein paar Häuser auf.
Hier fragen wir einen jungen Mann erst einmal wo wir sind. Kurz vor dem Ort Neu Bosse in Frankenfeldmühle, sagt er uns.

Na, dann sind wir ja wieder auf unserer Strecke. Doch da es jetzt zu spät zum Weiterfahren ist, frage ich ihn, ob wir vielleicht auf seiner Wiese unser Zelt aufschlagen könnten. Für ihn kein Problem, dennoch will er erst noch seine Frau fragen.
Auch Sie hat nichts dagegen, und somit ist die Strecke für heute geschafft.

Nach dem Zeltaufbau kommt der junge Mann noch zu uns, um ein wenig mit uns zu plaudern. Erster Uebernachtungsplatz Das nutzen wir aus und bitten ihn um Wasser, für unseren Kakao und um eine Tasse oder Becher für Richard. Richard hat nämlich keinen Becher mitgenommen.

Viel hat nicht gefehlt, dann wäre das Wasser heiß genug gewesen, doch gerade jetzt ist unsere Gaskartusche leer. Kein Problem wir haben noch eine, nur wechseln können wir sie nicht, der Kocher ist zu heiß zum Anfassen.

Auch das Problem wird gelöst, der junge Mann kocht kurzer Hand das Wasser bei sich Zuhause.
So bekommen wir an diesem Abend nicht nur einen Standplatz für unser Zelt, sondern auch noch einen Becher für Richard und heißes Wasser für unseren Kakao.

  Tagesdaten: 70,00 km 4:47 Std. 14,65 km/h Schnitt.


22. August 2003, Freitag.

Um 8:00 Uhr werden wir von der Sonne geweckt. Es scheint ein schöner Tag zu werden.

Da wir nichts zum Frühstück haben, Aussicht fuer 6 Tage fahren wir um 9:20 Uhr über Frankenfeld ins 8,5 km entfernte Rethem. Hier gibt es die Gelegenheit uns mit Brötchen, Butter und Marmelade einzudecken.
Jetzt nur noch einen Platz gesucht, an dem wir frühstücken können.

Gefunden haben wir eine kleine Bank, die uns als Tisch dient, doch Platz zum Sitzen bleibt nicht übrig. Alles etwas ungemütlich, und da wir auch nichts Warmes zu trinken haben sind wir schnell mit dem Frühstücken fertig und fahren um 11:00 Uhr weiter.

Bei der Fahrt durch Rethem kommen wir an einem Haushaltswarengeschäft vorbei und Richard kann sich einen Trinkbecher besorgen.

Am Ortsende von Rethem frage ich einen Herrn nach dem besten Weg Richtung Verden.
Er empfiehlt uns die alte Gleisstrecke, diese ist als Radweg ausgebaut und lässt sich gut befahren.

Hervorragend, der Tipp.

Die Strecke verläuft abseits der Hauptstraße und führt am Rand des Ortes Hülsen nach Westen.
Hier wollen wir bei einem Bäcker einen Kaffee trinken und verlassen deshalb das alte Gleisbett.
Mittagspizza Leider gibt es nur einen Bäcker und der hat jetzt kurz nach 12:00 Uhr schon Mittagspause. Also, zurück zum Gleisbett.
Schon wieder Pech, der Radweg auf dem alten Gleisbett ist am Ortsende zu Ende und wir müssen auf dem Fahrradweg an der Hauptstraße weiterfahren.

In Barnstedt machen wir am alten Fährhaus um 12:40 Uhr für 20 Minuten Pause. Endlich können wir was Warmes trinken und bestellen zwei Kaffee.

Nach 32 Tageskilometer überqueren wir die Aller in Verden.

Während ich einige Fotos schieße fährt Richard weiter.

Schnell den Fotoapparat eingepackt und hinterher, doch wo ist er lang gefahren? Ich habe keine Ahnung und auch keine Karte. Ist er an der Kreuzung rechts oder inks oder geradeaus in die Fußgängerzone gefahren?
Ein kurzer Blick in die Fußgängerzone, nein hier ist er nicht zu sehen. Nach Links würde zurück bedeuten, so fahre ich nach Rechts in die vermutete richtige Richtung und siehe da, nach einigen Metern entdecke ich ihn etwas abseits des Weges stehen. Er hat gar nicht bemerkt, das ich zurück geblieben bin, um Bilder zu machen.

Nun aber raus aus Verden.
Vorbei an der Storchenstation geht es über Groß Eissel, Langwedel, Daverden und Lessel nach Etelsen.

Es ist jetzt 14:50 Uhr und da wir schon 46 Kilometer hinter uns haben, haben wir uns in Etelsen auch ein Mittagessen verdient.
Direkt auf unseren Weg liegt eine Pizzeria, das ist günstig, so brauchen wir nicht lange suchen.

Eine knappe Stunde später geht es gesättigt weiter. Zwar fängt es um 16:15 Uhr kurz hinter Achim an leicht zu regnen, aber die paar Tropfen können wir ab.

Nicht weit vom Reitplatz Hinter Achim queren wir die A27 Bremen / Walsrode, 6,5 km später die A1 Bremen / Hamburg. Jetzt noch ein paar kleinere Orte wie Bassen, Mühlentor und Breitenmoor und schon sind wir in Fischerhude. Hier wollen wir einen Platz für die Nacht finden.

Richard ist schon ein wenig ungehalten, er hat keine Lust mehr. Wenn wir nicht bald was finden, will er abseits unserer Strecke, den Campingplatz in Ottenstedt nehmen. Doch dieses würde noch ein Weg von 10 - 12 Kilometer sein und somit ein Umweg von gut 20 Kilometer um wieder auf unsere jetzige Strecke zu kommen.

Am Ortsausgang gibt es einen Reitplatz, an dem dieses Wochenende eine Reitveranstaltung stattfindet, vielleicht gibt es dort einige Camper, zu denen wir uns stellen können.
Doch auch dort haben wir kein Glück, nirgends ist ein Zelt oder Wohnwagen zu sehen, so müssen wir weitersuchen.

Richard will jetzt die Suche aufgeben und zum Campingplatz fahren, doch bevor ich diesen Umweg mache, frage ich lieber Jemanden nach einem Standplatz für diese Nacht.

18:20 Uhr, endlich haben wir Glück, gleich die erste befragte Person, eine ältere Dame, ist uns behilflich. Sie hat selbst ein großen Garten, gleich hier neben dem Reitplatz, aber möchte uns Was machen die Zwei Camper hier wahrscheinlich nicht auf ihrem Grundstück haben. Da fragt sie lieber ihre Nachbarin, ob wir auf deren Grundstück unser Zelt aufbauen können.
Die Nachbarin hat damit keine Probleme und da es sich um die rückwärtige Zufahrt zum Grundstück handelt, welche von ihr nicht genutzt wird, dürfen wir dort unser Zelt aufschlagen.
Wunderbar, schlagartig bessert sich Richards Laune und wir können in Ruhe unser Zelt aufbauen.

Am Abend fahren wir zurück in den Ort um noch ein, zwei Bierchen zu trinken und die Toilette zu benutzen.

Gegen 22:30 Uhr sind wir wieder am Zelt und begeben uns zur verdienten Nachtruhe.

  Tagesdaten:   71,00 km   5:12 Std. 13,63 km/h Schnitt.
  Tourdaten: 141,00 km   9:59 Std. 14,13 km/h Schnitt.


23. August 2003, Sonnabend.

8:30 Uhr.

Einreiten, Arbeitstrab antraben, Arbeitstrab, weiter Rechts, Mittelpunkt halten, .....

So geht es seit 7:30 Uhr, das Reitturnier hat begonnen.

Ich habe Kopfschmerzen, liegt es am Reitturnier, am Wetter oder an ...?
Ich weiß es nicht, es hilft auch nichts, ich nehme eine Tablette und baue, in der Zeit in der Richard Brötchen besorgt, das Innenzelt ab. Das Außenzelt muss ich noch stehen lassen, es ist noch nass, es hat die ganze Nacht geregnet.

Gut das es jetzt nicht mehr regnet, sogar die Sonne kommt kurz raus, so können wir in Ruhe Frühstücken und das Zelt abtrocknen lassen.
Gegen 10:50 Uhr haben wir alles gepackt und sind abfahrtbereit.

Arbeitstrab, weiter Rechts, Mittelpunkt halten, ..... hat endlich ein Ende und die Kopfschmerzen werden auch schon schwächer.
Nicht alle Wege sind leicht
12:00 Uhr, wir sind über Buchholz, Dipshorn und Vorwerk in Ottenstedt gelandet.

Hier stimmt was nicht!
In Ottenstedt ist doch der Campingplatz und dort wollten wir doch schon gestern Abend nicht hin, weil es abseits unserer Stecke liegt.

Die Lösung ist:
Als wir in Vorwerk abgebogen sind und uns, bei einer Frau, nach dem Weg erkundigt haben, hat sie uns in die falsche Richtung geschickt. Also zurück nach Vorwerk, es sind ja nur 10 Kilometer.

Jetzt wo wir in Vorwerk sind, ist Richard sich immer noch nicht sicher wo es lang geht.
Während ich am Straßenrand warte, fährt Richard in das Dorf um sich bei einem Bauern nach dem Weg zu erkundigen.

12:30 Uhr, Richard ist zurück und hat jetzt hoffentlich den richtigen Weg beschrieben bekommen.

Es ist der richtige Weg, schon eine 1/4 Stunde später erreichen wir Winkelsdorf, wo wir an einem Sportplatz, bei strahlendem Sonnenschein Mittag machen.
Es gibt „Pasta ai Funghi", Nudeln mit Pilzen aus der Tüte. Kann man es essen? Es schmeckt ganz gut und ist ideal für unterwegs, außer Wasser braucht man nichts weiter.

24 Kilometer haben wir erst hinter uns und da es schon fast 14:30 Uhr ist, beenden wir unsere Mittagspause und fahren weiter.

Jetzt geht es zügig voran, wir fahren durch Nartum und Wehlendorf bis Osenhorst.
Um die in der Karte eingezeichnete Schleife (ca. 25 Kilometer) abzukürzen, verlassen wir hier die Route und erreichen um 14:20 Uhr Elsdorf.

Der weitere Weg auf der L131 von Elsdorf führt uns wieder einmal über die A1, wo wir um 15:15 Uhr, nach 51 Kilometer, Scheesel an der Wümme erreichen. Jetzt sind wir auch wieder auf der in der Karte eingezeichneten Route.

In Scheesel müssen wir uns für heute und morgen mit Lebensmittel eindecken, denn morgen ist Sonntag und da werden wir unterwegs kaum etwas bekommen.

Viel haben wir eingekauft und nicht bedacht, das wir keinen Kofferraum zum Verstauen haben.
In der Eisdiele
Mit ach und krach kriegen wir alles unter und haben uns damit bei der nächsten Eisdiele, 2 große Spagettieis verdient.
Nach diesem leckeren Eis wird es aber Zeit, das wir weiter fahren, es ist schon 16:35 Uhr.

Haben wir uns heute eigentlich schon einmal verfahren? Na, dann wird es aber Zeit.

Wir finden nicht die richtige Ausfahrt um nach Lauenbrück zu gelangen und als wir das geschafft haben, gibt's das nächste Problem.
Wo ist der Campingplatz der auf der Strecke Lauenbrück nach Vahlde sein sollte? Richard wird langsam wieder unruhig, es geht auf 18:00 Uhr zu und wir haben noch keinen Standplatz.

Der Blick auf die Karte zeigt uns, wir sind vor, statt nach Lauenbrück abgebogen und fahren parallel zur gewollten Strecke. Zurück wollen wir aber nicht, so lassen wir Vahlde links liegen und fahren über die Dörfer Benkeloh und Bokel nach Fintel.
Ein See für uns allein
Hier gibt es einen schönen kleinen See mit einer großen Wiese und da die Häuser alle etwas weiter weg sind, ist er auch nicht gleich einzusehen. Genau was wir suchen. 18:00 Uhr ist es auch schon und da wir uns heute nicht noch mal verfahren wollen, bleiben wir hier.


Da wir unser Zelt nicht alleine lassen wollen, können wir uns leider für heute Abend keine Gaststätte suchen und müssen uns nach dem Zeltaufbau mit Nudelsuppe als Abendessen begnügen.
Danach, im Zelt liegend eine runde Schach gespielt und dann wird geschlafen.

  Tagesdaten:   69,20 km   4:24 Std. 15,72 km/h Schnitt.
  Tourdaten: 210,20 km 14:23 Std. 14,61 km/h Schnitt.


24. August 2003, Sonntag.

Ausgeschlafen stehen wir um 7:30 Uhr auf.
Für Richard reserviert
Der Himmel ist bedeckt, aber es ist trocken und so können wir gemütlich an dem hier stehenden Tisch mit Bänken frühstücken.
Es gibt Tee, Rosinenbrötchen, Käse, Marmelade sowie auch noch Äpfel und Bananen. Das ist doch ein gutes Frühstück, da werden wir heute sicher eine große Strecke zurücklegen können!

9:05 Uhr Abfahrt.

Leider müssen wir auf der Straße fahren, es gibt keinen Radweg, doch gibt es ist hier auch nicht allzuviel Verkehr.

Unser nächster Stopp ist um 9:45 Uhr in Wintermoor.
Hier ist richtig was los, denn hier ist ein Oldtimertreffen mit jede Menge alten Autos, Motorrädern, Unimogs und alten Industriemaschinen. Auch Würstchen, Brötchen, Kaffee und Kuchen gibt es, genau das können wir nach unserem mageren Frühstück gebrauchen.


Da jeder nur 2 Stück Kuchen, 1 Brötchen und 2 Kaffee isst, haben wir noch genug Zeit uns die Oldtimer anzusehen.

Sehen wirklich sehr schön aus. Richard hat sich schon seinen Lieblingswagen ausgesucht, doch ich glaube nicht, dass der Besitzer ihn verkauft. Dann müssen wir Unimog eben mit dem Rad weiterfahren.

11:20 Uhr, auf geht's.

Ottermoor, Klein Todtshorn, Kampen, Welle, Handeloh und Inzmühlen heißen die Orte die wir hinter uns lassen, bevor wir kurz vor Wesel, das erste Heidefeld auf unserer Tour sehen.

Den nächst größeren Ort den wir erreichen ist Undeloh.

Heidefläche Es ist ein Ort mit sehr schönen Häusern und sehr vielen Touristen. Nach der Anzahl von Kutschfahrten die von hier losgehen, scheint es, als sei Undeloh der Ausgangspunkt sämtlicher Heidefahrten.

Als hier im Ort unser Wasser zur Neige geht, gibt es Streit. Richard wollte schon in Wintermoor Wasser besorgen, doch ich hatte dort bedenken, dass dieses Wasser eventuell Regenwasser sein könnte.
Und jetzt, wo sollen wir welches herbekommen?
Alles halb so wild, am Ortsausgang frage ich einen Herrn, der in seinem Garten arbeitet, nach Wasser. Kein Problem, er füllt unsere Flaschen wieder auf und macht sogar etwas Zitrone hinein.
Mit vollen Wasserflaschen verlassen wir Undeloh um kurz vor dem nächsten Ort Sahrendorf, unsere Mittagspause zu machen.

Leider müssen wir feststellen, dass das Zitronenwasser nicht für unseren Nudeltopf geeignet ist. Man gut das wir noch Noch brennt der Gaskocher einen Rest Vitel in der Thermoskanne haben, der reicht gerade noch für unsere „Pasta con Spinaci", Nudeln in Käsesause mit Spinat und für einen Kakao hinterher.
Kaum ist das Wasser für den Kakao heiß, geht die Gaskartusche aus, das Gas ist alle und wir haben keinen Ersatz.
Wer hätte auch gedacht, dass wir mehr als zwei Kartuschen brauchen, meistens hat eine für die gesamte Tour gereicht. Allerdings haben wir auch noch nie soviel gekocht und es hat auch immer lange gedauert, bis die Nudeln gar waren.
Pech, heute wird eben nichts mehr gekocht. Morgen finden wir bestimmt einen Ort, an dem wir uns neues Gas besorgen können.

Um 15:20 Uhr ist unsere Mittagspause beendet und wir fahren weiter bis nach Egestorf.

Obwohl heute Sonntag ist, gibt es einen Lebensmittelladen der geöffnet hat.
Das nutzen wir um uns ein wenig Käse für das Abendbrot zu kaufen.

Kurz hinter Egestorf verlassen wir wieder einmal unsere Route, um die in der Karte ausgezeichnete Schleife abzukürzen.
Evendorf ist unser Ziel. Durch die Abkürzung sind wir schnell da und haben 15 Kilometer gespart.

Weiter über Schwindelbeck, Soderstorf und Dehnsen, wo wir einen Schlenker durchs Dorf machen statt außen lang zufahren. Jetzt noch durch Etzen und schon sind wir um 16:50 Uhr in Amelinghausen, wo es einen Campingplatz geben soll.

Es ist nicht einfach zum Campingplatz zu kommen, sämtliche Straßen sind mit Leuten voll oder abgesperrt. Hier wird das Heideblütenfest gefeiert, überall stehen Fahrgeschäfte und Fressbuden rum.
Der Polizist, den ich nach dem Weg zum Campingplatz frage, sagt uns, dass wir im Augenblick nicht in die zum Campingplatz führende Straße könnten, man erwartet jeden Augenblick den Umzug. Doch wenn wir den Schleichweg durch die Häuser nehmen, möchte es klappen.
Seine Beschreibung ist ausreichend, wir finden den richtigen Weg und kommen gegen 17:20 Uhr auf dem Campingplatz an.

Der Campingplatz sieht gut aus, doch leider gibt es hier kein Gas für den Campingkocher. Im Dorf soll es aber ein Haushaltswarengeschäft geben, in dem wir morgen sicher Gas bekommen werden.

Als Standplatz für unser Zelt nehmen wir den schönen geraden Stellplatz direkt hinter den sanitären Anlagen.
Heute möchte Richard mal alleine das Zelt aufbauen, damit er sieht was man alles beachten muss und wie das Einhängen des Innenzeltes funktioniert.

Allein geht es schwer Hat alles geklappt und nun gibt es Abendbrot.

Nach dem Essen ist Duschen angesagt.
Für die sanitären Anlagen haben wir einen Schlüssel und für die Dusche eine Geldkarte bekommen. So brauchten wir uns um die Länge der Duschzeit keine Gedanken machen und nutzen dieses auch richtig aus.

Wie das Innenzelt befestigen Schön geduscht geht es jetzt in den Ort, um zu sehen was aus dem Heideblütenfest geworden ist.

Ganz schön was los, doch bevor wir uns ins Getümmel stürzen setzen wir uns in die Eisdiele und essen Spagettieis, dann geht's übers Fest.

Ist alles nicht nach unserem Geschmack und so bummeln wir die Hauptstraße nur einmal hoch und runter, um zu schauen wo wir morgen Brötchen und Gas bekommen. Wieder bei der Eisdiele angekommen, gönnen wir uns, nein nicht schon wieder Spagettieis, sondern eine heiße Milch mit Honig und dann geht es zurück zum Zelt.

Feierabend ist heute um 22:30 Uhr.

  Tagesdaten:   60,00 km   3:50 Std. 15,60 km/h Schnitt.
  Tourdaten: 270,20 km 18:13 Std. 14,82 km/h Schnitt.


25. August 2003, Montag.

7:00 Uhr, mein Handy klinget.

Daniel ist dran und wollte uns einen guten Morgen wünschen.
Das ist zwar ganz nett, doch hätten wir gerne etwas länger geschlafen. Darum dösen wir noch ein wenig, bevor wir um 7:30 Uhr aufstehen.

Auf weiter Strecke Wir lassen uns viel Zeit zum Frühstücken und lesen die Bildzeitung, die Richard vom Bäcker mitgebracht hat.
Als es dann ans Zelt verstauen geht, ist dieses schön abgetrocknet und braucht nur noch ausgefegt werden.

10:45 Uhr, wir sind mit allem fertig und können in die Stadt fahren.

Ein 1/2 Stunde später haben wir uns mit Obst eingedeckt und uns in dem Haushaltswarengeschäft, die Gaskartuschen besorgt.
Als wir Amelinghausen um 11:45 Uhr verlassen kommt die Sonne hervor. Es scheint wieder ein schöner Tag zu werden und so radeln wir auch freudig und voller Elan los.

Doch schnell wird unser Schwung gestoppt. Schon im nächsten Ort, Oldendorf (Luhe) ist sich Richard nicht mehr sicher wo es lang geht. Wir müssten hier irgendwo rechts abbiegen, doch es ist nirgends ein Vorwegweiser zu sehen.
Wir fahren weiter bis zum Ortsende, vielleicht ist dort ein Schild. Nein, kein Schild da, also wieder zurück zum Ortsanfang.
Ach gucke da, da steht eins, wir sind einfach vorbei gefahren ohne es zu sehen.
Wieder auf dem richtigen Weg, verfahren wir uns im nächsten Ort beinahe noch mal. Nur weil ich vorfahre und mir das Ortsschild ansehe, nehmen wir die richtige Strecke.
Wir sind jetzt kurz vor Lüneburg, doch da wollen wir nicht durch, das ist uns zuviel Verkehr. So biegen wir vorher ab und fahren unterhalb von Lüneburg, über Oerzen und Embsen.

Keine Angst vor Sonnenbrand Kurz vor Melbeck geht es rechts ab.
Hier machen wir 10 Minuten Rast und essen unser Obst.
Richard zieht sein Hemd aus um sich zu bräunen und fährt die nächsten Kilometer mit freiem Oberkörper.

14:10 Uhr, wir Auf freier Wildbahn haben die Orte Kolkhagen und Barnstedt ohne uns zu verfahren, hinter uns gelassen.
Haben uns den schlecht zu befahrenen Waldweg entlang gequält und sind nun nach heutigen 35 Kilometern auf dem 100 Meter hohen Hengels-Berg gelandet.

Jetzt haben wir uns ein drei Gängemenü zum Mittag verdient.
Als Vorspeise Frühlingssuppe, als Hauptgericht Champignonsuppe und als Nachtisch Obst.

Nach einer Stunde haben wir alles verputzt, jetzt fehlt noch ein Stück Kuchen und Kaffee. Das sollen wir auch bekommen und zwar in einer Bäckerei in Ebsdorf.
Jetzt reicht es aber mit Essen, wir wollen doch noch ein wenig Rad fahren.

Kräftig in die Pedale getreten und schon haben wir über Stadorf und Barnsen, das Wildgehäge am Ortsrand von Uelzen erreicht. 10 Minuten später, beim Tachostand von 64 Kilometern stehen wir vor dem Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen.
Ich bin dieses Jahr schon das dritte Mal hier, doch Richard möchte sich den Bahnhof ansehen und so lauf ich natürlich noch mal mit.

19:00 Uhr. Unsere Bahnhofsbesichtigung ist zu Ende. Jetzt heißt es einen Campingplatz für die Nacht finden.
Hundertwasser-Bahnhof Uelzen Um uns großes Suchen zu ersparen fragt Richard am Taxistand einen Taxifahrer nach dem Weg.
Pech gehabt, es gibt nur einen Campingplatz in der Umgebung von Uelzen und der liegt gute 6 Kilometer in Richtung Ebstorf, also müssen wir zurück. Zwar nicht auf der gleichen Strecke, aber wären wir von Ebstorf kommend über Melzingen gefahren, hätten wir den Campingplatz in Westerweyhe direkt erreicht.

Endlich geschafft, es ist 19:50 Uhr und unsere Lust auf weiteres Rad fahren ist gleich Null.

Der Campingplatz ist ganz angenehm, es gibt hier sogar ein kleines Schwimmbecken. Viele Camper sind hier nicht und so haben wir jede Menge Platz und können uns eine geeignete Stelle zum Zeltaufstellen aussuchen.

Richard möchte heute noch mal das Zelt aufbauen, um zu sehen ob alles klappt.
Zufrieden, mit dem Aufbau gehen wir am Abend, in die Campingplatzgaststätte um noch etwas zu reden und ein Bierchen zu trinken.

Schluss für heute ist 22:30 Uhr.

  Tagesdaten:   72,00 km   4:48 Std. 14,97 km/h Schnitt.
  Tourdaten: 342,20 km 23:01 Std. 14,87 km/h Schnitt.


26. August 2003, Dienstag.

Aufstehen um 7:30 Uhr.

Gestern hatte ich schon beschwerden mit meinem Rücken, aber heute ist es besonders schlimm. Ich kann mich nicht richtig bewegen, muss alles langsam und vorsichtig machen. Gut das Richard Salbe zum einreiben seines Knies mit hat, die hilft auch bei Rückenschmerzen ganz gut, nur wie lange.

Frühstück gibt es in der Sonne am Wasser, leider nicht am Meer sondern nur am Swimmingpool.
Hier haben wir Tisch und Stühle und die Küche in der wir unseren Tee kochen, ist gleich nebenan.
Beim Frühstück sage ich Richard, dass ich unsere Radtour mit dem heutigen Tag lieber beenden will. Mein Rücken schmerzt mir zu stark und wenn ich Pech habe, komme ich nachher gar nicht mehr aufs Fahrrad.
Begeistert ist Richard nicht, doch was sollen wir tun, außerdem sind wir heute schon den sechsten Tag unterwegs und somit eigentlich schon lange genug.
Wir beschließen durch Uelzen zur Schleuse des Elbe-Seitenkanals zu fahren. Von dort den Kanal nach Süden zu folgen und dann quer nach Celle-Nienhagen.
Dort will Richard sein Gepäck abladen und mich dann noch bis zu Bahnhof von Ehlershausen begleiten.

Abfahrt ist um 10:20 Uhr.

Schnell erreichen wir die andere Seite von Uelzen, decken uns am Ortsausgang im Lebensmittelladen mit Obst ein und fahren nun die uns endlos erscheinende Strecke zur Schleuse.

Die Strecke bis zur Schleuse ist weiter als wir dachten.
Wir hatten die Schleuse gleich bei Uelzen vermutet, doch sie liegt ca. 6 Kilometer von Uelzen entfernt bei Stederdorf.

Schleuse Stederdorf 16 Kilometer haben wir schon seit dem Campingplatz hinter uns gelassen und stehen jetzt um 12:00 Uhr am unterem Teil der Schleuse.

Ich fahre die steile Straße zum oberen Schleusenbecken hoch, doch Richard fährt lieber die sanft zum Kanalbett hoch führende Wartungsstraße weiter. Er hat zwar nicht die Möglichkeit in die Schleuse zu sehen, braucht dafür aber weniger Kraft um zum Kanal zu gelangen.
Lange halte ich mich an der Schleuse nicht auf, um wirklich etwas von der Schleuse mitzukriegen müsste man eine Führung mitmachen, doch das wollen wir nicht.

Da Richard nicht gewartet hat, muss ich mich jetzt etwas beeilen um ihn einzuholen.

12:40 Uhr, Zeit eine Pause zu machen.
Essen unser Obst und Richard reibt mir noch mal meinen Rücken mit seiner Salbe ein.

Hinter Richert her Bis jetzt hat es Spaß gemacht am Kanal zu fahren, wir sind ziemlich schnell vorangekommen, auch wenn es ungewohnt ist, so gleichmäßig zu fahren.
Doch gegen 13:20 Uhr, nach 36,5 km, verlieren wir die Lust am Kanal zu fahren, es ist langweilig. Es gibt keine Kurve, kein Berg, kein auf- oder abfahren, nichts nur immer geradeaus. So verlassen wir, auf der Höhe von Hankensbüttel den Elbe-Seitenkana und umfahren Hankelsbüttel, um auf der B244 nach Steinhorst zu gelangen, wo gerade ein Stadtfest stattfindet.

Die Hauptstraße ist für den Verkehr gesperrt und wir müssen unsere Räder schieben, entdecken dabei ein Kaffee und kehren ein.
Der Kaffee war gut, doch die Kuchenstücke waren viel zu sahnig, mit schwerem Magen geht es nach 30 Minuten Aufenthalt um 15:30 Uhr weiter.

Eldingen, Beedenbostel, Lachendorf, Oppershausen lassen wir hinter uns, dann noch die Orte Wienhausen und
Eicklingen, jetzt noch die B214 überquert und schon sind wir in Nienhagen, wo wir um 17:25 Uhr vor Richard seinem Haus ankommen.

  Tagesdaten:   91,00 km   5:37 Std. 15,58 km/h Schnitt.
  Tourdaten: 433,20 km 28:38 Std. 15,13 km/h Schnitt.


Nachdem wir die Sachen von Richard rein gebracht und das Zelt, von Richards Fahrradgepäckträger auf mein Fahrrad gepackt haben, dachte ich wir könnten jetzt gemeinsam zum Bahnhof fahren. Doch Richard hat keine Lust mehr so weit zu fahren, er will mich nur noch bis zur Bundesstraße begleiten. Das wiederum finde ich albern, das kleine Stück kann ich dann doch auch alleine fahren.
So verlasse ich Nienhagen gegen 17:45 Uhr und erreiche nach 25 Minuten den Bahnhof Ehlershausen.
Sehnder Bahnhof
Jetzt muss ich mich aber beeilen, in 1 Minute soll der Zug kommen, leider stehe ich auf der falschen Seite der Gleise und komme nicht hinüber, die Schranke ist geschlossen, um den Gegenzug durchzulassen.
Endlich geht sie auf, schnell rüber auf die andere Seite, Fahrkarte gezogen und schon läuft der Zug ein.
Abfahrt um 18:14 Uhr, dann in Lehrte noch 25 Minuten Aufenthalt, bevor der Zug Richtung Sehnde kommt.

Sehnde Bahnhof erreicht.

Daniel steht am Bahnsteig und holt seinen, seit einer Woche vermissten Vater, vom Zug ab. Gemeinsam fahren wir Heim und sind um 19:15 Uhr wieder zu Hause.

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