Samstag, 27.06.2009

Heute soll sie losgehen, unsere erste gemeinsame Vater- und Sohn-Radtour. Daniel wollte schon lange mal eine Radtour mitmachen, aber da ich immer mit Richard fuhr, wäre er immer das dritte Rad am Fahrrad gewesen.

Da ist es doch schon besser, wir machen unsere erste Tour alleine. So können wir bestimmen wie weit unsere Tagestour wird, wo wir schlafen, welchen Weg wir nehmen und wann wir wieder nach Hause fahren.

Nachdem alle Sachen gepackt sind, geht es nach einem ausgiebigen Frühstück um 9:30 Uhr von zu Hause zum Sehnder Bahnhof. Lübecker Bahnhof

Abfahrt von Sehnde um 9:57 Uhr.

    1. Umsteigen am Hauptbahnhof Hannover um 10:40 Uhr, weiter geht es nach Uelzen.
    2. In Uelzen umsteigen in den Metronom, Abfahrt um 12:00 Uhr.

Geschafft, wir brauchen nicht mehr umsteigen und erreichen über Lüneburg um 13:48 Uhr unser Ziel, den Bahnhof Lübeck.

Leider stellen wir beim Aussteigen fest, dass die Tür defekt ist, so quälen wir uns, mit unseren Rädern, durch das ganze Abteil.
Geschafft- und da wir noch Zeit haben, besorgen wir uns erst einmal was zu essen. Hier im Bahnhof haben wir genügend Auswahl und entscheiden uns für Hefestücke.

Nach dieser Stärkung wird es jetzt aber auch Zeit, zu fahren, wir haben noch einige Kilometer vor uns, bis wir die Ostsee erreichen.
Vor dem Holstentor ein kleiner Stopp, wir müssen ja schließlich festhalten, dass wir hier waren. Holstentor

Weiter geht es quer durch die Altstadt Lübecks und an der Burgbrücke wieder hinaus. Über kleine Umwege geht es, der Bundesstraße 75 folgend, Richtung Herrentunnel.
Leider dürfen wir mit dem Fahrrad nicht durch den Tunnel fahren, aber es gibt einen Shuttlebus, der uns kostenlos auf die andere Seite der Trave bringt. Weiter geht es über Pöppendorf, wo wir ein kurzer Stopp machen, um uns den hier noch gut erhaltenen Pöppendorfer Ringwall(1) anzusehen. Die weitere Strecke führt uns durch Ivendorf und nicht weit von hier haben wir einen schönen Blick auf die Trave und den Skandinavienkai mit dem Maritim Hotel im Hintergrund. Radweg-Schild

Um 16:10 Uhr kommen wir in Travemünde an und setzen mit der Fähre auf das andere Ufer der Trave, nach Priwall, über.
Einige hundert Metern hinter Priwall überqueren wir die ehemalige Grenze zur DDR und kurz danach treffen wir um 16:37 Uhr auf den Ostsee-Küsten-Radweg.

Gegen 17:00 Uhr haben wir uns eine kleine Pause und Stärkung am Strand verdient, dann geht es, immer in Küstennähe, auf dem Radweg weiter.
Auf den ersten paar Kilometern, war der Radweg noch unbefestigt, trotzdem war er gut zu befahren. Inzwischen fahren wir auf einem asphaltieren Radweg und das Rad läuft fast von selbst, wenn nicht immer wieder diese Berge wären!
Berg und Talfahrt O.K., es handelt sich nicht wirklich um Berge, dennoch gibt es hier nicht erwartete Steigungen. Immer wieder geht es einen Hügel hinauf, ein Stückchen wieder bergab und schon ist der nächste Hügel da.
Nach mindestens fünf solcher Wahnsinns Berge ist es schon 18:00 Uhr und wir sind nicht weit von der Ortschaft Warnkenhagen entfernt. Dort soll es die Möglichkeit zu Bett & Bike geben, also werden wir an der nächsten Kreuzung rechts abbiegen und nach der Übernachtungsmöglichkeit suchen.

18:26 Uhr, wir haben die Radler-Herberge „Lindenhof“ von Klaus Ralfs erreicht.
Es sind auch noch Zimmer frei, die Übernachtung kostet (wenn wir zum Abend ein warmes Essen haben wollen) mit Frühstück für 2 Personen 89 Euro. Das ist nicht gerade günstig und so was können wir uns auch nicht oft leisten, dennoch bleiben wir.
Ersten ist es zu spät, um weiter zu fahren und was neues zu suchen, zweitens sind die Zimmer schön und drittens wir haben die Möglichkeit, unsere Räder in einer abschließbaren Garage unter zu stellen. Das mit dem warmen Essen können wir uns ja noch überlegen.

Wir haben gegessen!

Um 19:45 Uhr sind wir mit dem reichlichem und guten Essen fertig, es gab Putengeschnetzeltes, Reis, Gemüse und ein Lübzer dazu. Danach noch ein wenig ferngesehen und um 22:22 Uhr heißt es dann: “Gute Nacht“.

Tagesstrecke: 46,37 km

(1)Der Pöppendorfer Ringwall ist ein Burgwall nahe dem Dorf Pöppendorf, einem Teil des Lübecker Ortsteils Kücknitz in Schleswig-Holstein. Er ist einer der besterhaltenen und ansehnlichsten Burgwälle in Ost-Holstein. Darüber hinaus gilt er als Schulbeispiel für slawische Burgwälle. Der Ringwall wurde auf einer kleinen Anhöhe errichtet, die im Nordosten von einer feuchten Niederung umgeben ist. Er hat einen Durchmesser von etwa 100 m und eine Höhe von 8-12 m über der Umgebung sowie 3-6 m über dem Innenraum. Die Höhe des Ringwalls ist im Nordosten in Richtung der feuchten Niederung niedriger ist als im Südwesten. Nach Nordosten ist auch das Tor ausgerichtet. Der Ringwall wurde im 8. Jahrhundert durch die Wagrier errichtet und um das Jahr 1000 aufgegeben.

Quelle Wikipedia; Stand 06.06.2013 http://de.wikipedia.org/wiki/Pöppendorfer_Ringwall


Sonntag, 28.06.2009

Ich stehe schon um 7:00 Uhr auf und gehe duschen. Daniel bleibt bis 8:00 Uhr liegen, ist aber um 8:30 Uhr mit mir beim Frühstücken. Mit frühstücken fertig, werden die Satteltaschen gepackt und gegen 10:30 Uhr verlassen wir den Lindenhof. Warten vorm Laden

Wir wollen nicht wieder auf den Radweg zurück fahren, denn dafür müssten wir wieder ein Stück zurück und so fahren wir lieber quer über die Dörfer Elmenhorst, Grundshagen und Klütz nach Boltenhagen.
Eine Stunde später sind wir in Boltenhagen, trinken bei der „Kerzenhütte“ einen Kaffee und warten auf die Öffnung des angrenzenden Kaufladens. Laut Öffnungszeiten soll er um 11:00 Uhr aufmachen, doch in der Kerzenhütte sagt man uns, dass das nicht stimmt und der Laden erst um 11:30 Uhr aufmacht. Das ist uns zu lange. Wir fahren weiter, nachdem wir unseren Kaffee getrunken haben, um uns einen anderen Kaufladen zu suchen.

Boltenhagen ist größer als gedacht und so ist schnell ein anderes Lebensmittelgeschäft gefunden. Hier im „Frischemarkt Seemann“ decken wir uns mit Wasser, Joghurt und anderen Leckereien für unterwegs ein.
Pause auf dem Felsen Jetzt wird noch einen Abstecher zu Hafen gemacht und dann verlassen wir Boltenhagen, um weiter Richtung Wismar zu fahren.

Um 12:55 Uhr gönnen wir uns, nach 79,44 km, eine kurze Stärkungspause und erreichen um 13:35 Uhr die Seebrücke Wismar.

Wir machen einige Bilder auf der Brücke und fahren danach weiter durch Wismar, wo wir einen Subway entdecken.
Hier kann Daniel nicht dran vorbei fahren, ohne etwas zu essen. Wieder mal ein Stopp und rein in den Subway.
Ich habe schon gehofft der Subway ist zu, es ist drinnen dunkel und zu sehen ist auch keiner, doch Daniel hat Glück es ist offen.
Kaum drinnen, bekommt Daniel von einer jungen Dame sogar noch einen Gutschein geschenkt, über den es die großen Portionen zu essen gibt, lecker. Glücklich, zufrieden und gesättigt fahren wir weiter.

In der Nähe von Boiensdorf haben wir einen schönen Blick über das Salzhaff und auf die Halbinsel von Rerik. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Ort. Bevor wir Rerik erreichen, machen wir um 16:45 Uhr noch eine 5-minütige Snicker-Pause, dann geht es über einem Trampelpfad am Salzhaff entlang in die Stadt.

17:00 Uhr, wir haben Rerik erreicht.
Initialen im Baum Daniel will sich als erstes in einem Souvenir-Geschäft ein kleines Glas als Andenken kaufen und so machen wir einen Bummel durch die Andenkengeschäfte am Hafen.
Nachdem dieses geschafft ist, müssen wir nur noch für Daniels Fahrrad einen Ständer besorgen, seiner ist unterwegs abgebrochen.
Da wir uns in Rerik aus früheren Zeiten auskennen, ist es kein Problem, ein Fahrradgeschäft zu finden.
Nachdem wir etliche Fahrradständer angesehen, probiert, das für und wieder abgewägt haben, haben wir es gegen 17:33 Uhr geschafft einen, Daniels Ansprüchen entsprechenden Ständer, für 9,90 € zu kaufen.
Jetzt verlassen wir Rerik und fahren auf dem uns bekannten Trampelpfad an der Steilküste entlang. Abendessen am Strand
Nicht weit, nur bis zu dem schönen Aussichtspunkt, an dem Daniel im Jahr 2007 seine Initialen in einem Baum geritzt hatte.
Hier genießen wir den Blick von der Steilküste über den Strand auf die Ostsee und essen den in Rerik gekauften, leider etwas trockenen Kuchen.

Es ist kurz vor 18:00 Uhr und darum entscheiden wir uns, nicht mehr all zu weit zu fahren. Wir werden uns auf dem weiteren Weg nach einen Übernachtungsplatz umsehen.

Eine ¾ Stunde später haben wir, ein paar Meter abseits des Weges, zwischen Bäumen und Büschen liegend, einen schönen Platz entdeckt.
Da unser Zelt dunkelgrün und nicht all zu groß ist, ist es kaum zu sehen, hier können wir ohne weiteres bleiben.

Eine Stunde später haben wir alles aufgebaut, verstaut und Essen gemacht.
Abgewaschen wird an dem Strand und hier genießen wir dann, bis es Zeit für den Schlafsack ist, den Blick aufs Meer und die untergehende Sonne.

Tagesstrecke: 82,50 km


Montag, 29.06.2009

Wir haben gut geschlafen und so werden wir erst gegen 8:50 Uhr wach.

Wild zelten

Schnell ist das Zelt abgebaut und fast alles verstaut, der Rest wird nach der Teezeit gepackt, Frühstück ist leider nicht drin, wir haben nichts zu essen, doch Tee reicht uns fürs Erste. In Kühlungsborn wird sich sicher was zum Frühstücken finden.

Abfahrt von unserem Wildcampingplatz ist um10:31 Uhr.

Nach gerade mal 20 Minuten haben wir Kühlungsborn erreicht.
Hier gibt es die Bäderbahn Molli(2), das ist eine dampfbetriebene Schmalspurbahn mit einer Spurbreite von 900 Millimetern, die die Orte Bad Doberan mit Heiligendamm und dem Ostseebad Kühlungsborn über eine 15,4 Kilometer lange Strecke verbindet.

Das wäre doch interessant, mit dieser zu fahren, außerdem ist sie mit einer Fahrzeit von 40 Minuten bestimmt schneller als wir mit unseren Rädern. Also los, nichts wie hin zum Bahnhof.
Hätte alles geklappt, wenn da nicht der etwas zu teure Fahrpreis von 17 Euro gewesen wäre. Das ist in unserem Budget nicht enthalten und so schwingen wir uns wieder auf die Räder.

Nebeneinander fahren

Auf unser weiteren Fahrt durch Kühlungsborn fahren wir an einem Lebensmittelgeschäft vorbei und uns fällt ein, wir haben ja noch gar nicht gefrühstückt.

12:00 Uhr, es ist ja eigentlich Mittag, aber da wir uns die Lebensmittel fürs Frühstück gekauft haben, machen wir kurz hinter Kühlungsborn, am Strand eben Frühstück.

Um 12:20 Uhr sind wir mit unserem kurzen Frühstück fertig, so richtig hungrig sind wir nicht gewesen. Dafür fällt das Mittag-Abendessen vielleicht größer aus.

Letztes Jahr hatten wir in einer Schule von Bad Doberan einen 10 tägigen Aikido Lehrgang. Der soll auch dieses Jahr dort stattfinden und wir wollen unsere altbekannten Aikidokas beim jetzigen Lehrgang besuchen.
So verlassen wir ab Heiligendamm unseren Ostsee-Radweg und knicken Richtung Bad Doberan ab.

13:00 Uhr, wir sind an der Schule in Bad Doberan, doch hier ist niemand und wie wir vom Hausmeister erfahren, findet der Lehrgang erst nächsten Monat statt.
Schade, wir hätten die Leute gerne wieder gesehen.

Beim Verlassen von Bad Doberan haben wir noch beim Edeka die Möglichkeit, uns mit Lebensmittel einzudecken.
Fertig mit einkaufen von Lebensmitteln sind wir um 13:26 Uhr und fahren jetzt auf dem kürzesten Weg wieder zurück auf den Ostsee-Radweg.

Über das Ostseebad Nienhagen erreichen wir den Ort Elmenhorst und machen um 14:20 Uhr, für 30 Minuten, unsere verdiente Mittagspause.

Von Elmenhorst ist es nur ein Katzensprung bis zum Seebad Warnemünde, wo wir nach heutigen 40 km, um 15:05 Uhr, ankommen.
Jetzt müssen wir nur noch sehen, wo wir mit einer Fähre über die Warnow kommen.
Um15:25 Uhr stehen wir auf einer Fähre, die uns vom Seebad Warnemünde nach Hohe Düne übersetzt.

Regenpause

Bis jetzt sind wir schön vorwärts gekommen, doch nun wird das Wetter zusehends schlechter. Es fängt an, leicht zu nieseln und da wir gerade an einem Campingplatz vorbei fahren, entschließen wir uns, zu stoppen. Es ist eine gute Entscheidung, es hätte uns voll auf freier Strecke erwischt, denn der Regen wird immer stärker.
Da es hier auf dem Campingplatz einen Imbisswagen gibt, an dem wir uns unterstellen können, nutzen wir die Zeit zum Bratwurst-Essen und Heißen-Kaffee-Trinken.

Das war eine gut ½ stündige Regenpause, in der wir uns erholen und stärken konnten.
Weiter geht es!

Als wir um 18:10 Uhr nach 87 km Wustrow erreichen, kann ich Daniel zeigen, wo ich vor ein paar Jahren meinen ersten Aikidolehrgang hatte. Bei dieser Gelegenheit essen wir auch noch einige heiße Waffeln, die hier am Kino von Wustrow angeboten wurden.

Auf der weiteren Fahrt von Wustrow um den Barther Bodden wird Daniel kurz hinter Althagen von etwas gestochen, wahrscheinlich handelte es sich um eine Wespe.
Durch unser panisches Verhalten fallen wir einem Ehepaar auf, das uns entgegen kommt. Wir haben Glück, sie sind sehr hilfsbereit und bieten uns ihre Hilfe an. Wir sollen sie zu ihrem Haus, gleich hier um die Ecke, begleiten. Dort wird Daniel mit Fenistilsalbe gegen Brandwunden und Insektenstiche versorgt.

Räder mit Zelt

Da sich keine Schwellung oder Rötung zeigt, gehen wir davon aus, dass die Wespe nicht zugestochen hat, sondern ihm nur gegen den Hals geflogen ist.
Wir bedanken wir uns bei dem Paar für die schnelle Hilfe und die uns zur Sicherheit mitgegebene Salbe und setzen unsere Fahrt fort.
Wir hatten echt Glück, dass das alles glimpflich abgegangen ist.

Um 19:30 Uhr erreichen wir den nächstgelegenen Campingplatz kurz vor Born am Darß. Es ist spät und wer weiß, wie weit es bis zur nächsten Übernachtungsmöglichkeit noch ist, also bleiben wir hier.

Während ich das Zelt aufbaue und T-Shirts wasche, kümmert sich Daniel um unser Abendessen. Nachdem wir gegessen und geduscht haben, sitzen wir bei einer Tasse Tee noch ein wenig herum und unterhalten uns über unsere heutigen Erlebnisse.

Spät gegen 22:45 Uhr ist es Zeit zum Schlafen.


Tagesstrecke: 87,00 km

(2)Die Bäderbahn Molli, auch Der Molli oder Molli genannt, ist eine dampfbetriebene Schmalspurbahn in Mecklenburg-Vorpommern. Ihre Spurweite beträgt 900 Millimeter. Die 15,43 Kilometer lange Strecke wird heute vom Eisenbahnverkehrsunternehmen Mecklenburgische Bäderbahn Molli (MBB) betrieben und verbindet Bad Doberan mit Heiligendamm und dem Ostseebad Kühlungsborn. Die Fahrzeit beträgt circa 40 Minuten. Innerhalb Bad Doberans fährt die Bahn auf Rillenschienen, welche im Straßenpflaster liegen, ähnlich einer Straßenbahn, durch die nach ihr benannte Mollistraße. Im weiteren Verlauf ist sie auf Vignolschienen entlang einer Lindenallee trassiert. Zwischen Heiligendamm und Ostseebad Kühlungsborn führt die Strecke parallel zur Ostseeküste über Felder.

Quelle Wikipedia; Stand 06.06.2013 http://de.wikipedia.org/wiki/Bäderbahn_Molli


Dienstag, 30.06.2009

Heute lassen wir uns um 8:00 Uhr vom Wecker wecken, stehen aber erst eine halbe Stunde später auf, es ist einfach zu kuschelig und gemütlich im Schlafsack.

Nach dem Abbauen des Zeltes wollen wir uns zum Frühstück Brötchen vom Campingplatzbäcker holen. Leider sind wir zu spät dran, es gibt nicht ein Brötchen mehr. Dann eben ohne Frühstück den Rest gepackt und abgefahren.
Wir werden uns im Ort beim Bäcker mit Brötchen versorgen.

Hohe Düne

Zehn Minuten später, um 10:30 Uhr, sind wir in Born am Darß. Hier haben wir gleich neben der Post unseren Bäcker gefunden und besorgen uns alles was wir für ein schönes Frühstücken brauchen.
Nun noch einen Platz am Rand von Born gesucht und nun wird sich erst einmal richtig gestärkt.

11:35 Uhr sind wir mit Frühstücken fertig und fahren weiter nach Prerow.
An an der “Hohe Düne“ bei Prerow haben wir nach rechts einen schönen Ausblick über den Prerower Strom und seine Landschaft und nach links zur Ostsee. Von hier aus geht es bis nach Zingst, parallel zur Ostsee, auf einem sehr gut zu befahrenden Damm.
Ankunft ist gegen 12:50 Uhr, doch bevor wir uns den Ort ansehen, suchen wir uns erst mal eine Bank, uns ist das Bargeld ein wenig knapp geworden.

Zingst ist ein schönes und vom Tourismus erobertes Städtchen und darum haben wir auch kein Problem, eine Bank zu finden.
Jetzt mit Bargeld in der Tasche können wir uns ein wenig umsehen, doch für den Schnick-Schnack und Souvenirs interessieren wir uns nicht, darum verlassen wir um 13:50 Uhr den Ort wieder.
Leider geht es jetzt nicht mehr am Ufer der Ostsee entlang, denn der Barther Bodden versperrt mit seinem Zufluss zur Ostsee unseren Weg. So bleibt uns nur die Strecke zwischen dem Bodstedter und Barther Bodden, um nach Pruchten und Barth zu gelangen.
Schloss Hohendorf Wir fahren einem kleinen Schlenker über die Orte Buschenhagen, Günz und Groß Mohrdorf, erreichen gegen 16:00 Uhr Schloss Hohendorf und machen eine 15 minütige Pause. Weiter geht es über den Ort Pron nach Stralsund, wo wir um 17:05 Uhr ankommen.

Stralsund hat eine schöne Innenstadt mit vielen alten Backstein-Häusern und einem schönen Marktplatz am Rathaus. Hier finden wir auch die Pizzeria “La Pizza“ nach unserem Geschmack. Jetzt wollen wir nur noch ausprobieren, ob die Pizza auch unseren Geschmack trifft.

Die Pizza hat geschmeckt, sie war sehr lecker und satt sind wir auch geworden und so fahren wir weiter.

Um 18:40 Uhr stehen wir auf der Brücke zu Rügen, am Ortsausfahrtsschild von Stralsund und keine 10 Minuten später sind wir schon auf Rügen.
Hier ist auch gleich ein Campingplatz ausgeschildert. Das ist sehr gut, denn wir haben unser heutiges Etappenziel Rügen erreicht und spät genug ist es auch schon. So folgen wir der Ausschilderung und kommen um 19:02 Uhr am Campingplatz “Sund Camp“ in Altefähr an.

19:42 Uhr, wir haben uns angemeldet, das Zelt aufgebaut und essen einen kleinen Abendsnack: Apfeltasche, Kakao und Kaffee.
Jetzt noch geduscht und kaum dass es 21:00 Uhr ist, sind wir schon im Schlafsack verschwunden.

Tagesstrecke: 91,00 km


Mittwoch, 01.07.2009

Aufgestanden wird heute um 8:05 Uhr und zum Frühstück gibt es Kefir.

Um 10:32 Uhr sind wir mit allem fertig, haben unsere Sachen gepackt, die Satteltaschen an den Rädern verzurrt und fahren vom Campingplatz.

Wittower Fähre

Eigentlich würden wir gerne an der Küste entlang fahren, doch der Weg führt uns zurück auf die Hauptstrecke und so landen wir, eine Stunde später, unplanmäßig in Samtes.
Wenn wir schon hier sind, dann können wir auch gleich im hiesigem Plus einkaufen.
Die haben hier leckeren Saft, bestehend aus Cranberry, Himbeere und Traubensaft. Leider nur in 2 Liter Plastikflaschen, doch was sind schon 2 Liter zu zweit? Gerade mal 2-3 Schlucke für jeden und die Flasche ist geschafft.

Um 12:30 Uhr fahren wir, jeder mit einer Flasche Saft bestückt, weiter.
Fahren durch Dreschvitz. Machen um 14:00 Uhr eine Pause von 15 Minuten, essen in einer Bäckerei von Gingst jeder 3 leckere Kugeln Eis. Lassen den Ort Kluis rechts unserer Strecke liegen und erreichen über Trent um 15:30 Uhr die Wittower Fähre.

Hier haben wir nach dem Übersetzen wieder die Möglichkeit, direkt am Meer weiter zu fahren.
Eigentlich ist es nur eine Bucht, doch die Strecke ist schön, der Weg verläuft immer am Wasser entlang und ist gut zu befahren.
Nach knappen 60 Minuten haben wir Wiek erreicht und gönnen uns in einer Gaststätte ein dunkles Weizenbier. Lecker, jetzt noch am Hafen ein Fischbrötchen und schon geht es weiter.

Es ist nach 17:00 Uhr und wir wollen es noch bis zum Kap Arkona schaffen und einen Zeltplatz brauchen wir auch noch.

Daniel beim Kap Arkona

Wir fahren auf der geplanten Hauptroute weiter, doch die Strecke wird immer sandiger, nur mit Mühe erkämpfen wir uns den Weg. So geht es nicht weiter, wir wollen schließlich heute noch ankommen. Mit Hoffnung auf eine besseren Weg biegen wir an der nächst möglichen Gelegenheit nach rechts ab und verlassen die Hauptroute.
Glück gehabt, hier geht es besser, dieser Weg ist nicht so sandig und so schaffen wir es, trotz des starken Gegenwindes, den kleinen Hügel vor dem Leuchtturm zu erklimmen und erreichen unser heutiges Etappenziel, das Kap Arkona(3), um 18:50 Uhr nach 380,1 km.

Jetzt wird sich erst einmal ausgeruht und ein Joghurt gegessen. Gestärkt vom Joghurt machen wir einen Erkundungsspaziergang und sehen uns den Leuchtturm und die nähere Umgebung an. Nun wird es aber Zeit zur Campingplatzsuche.

Kurz vor dem Ort Juliusruh haben wir ihn dann auch gefunden. Ankunft um 20:00 Uhr auf den Campingplatz Drewoldke.

Um 21:15 Uhr sind wir schon mit dem Aufbau, Zelt einräumen und dem Essen fertig. Jetzt noch abgewaschen und „kurz“ unter die Dusche.
Das ist auch eine gute Gelegenheit, jetzt unter der Dusche unsere Fahrradhosen auszuwaschen. So werden sie mal wieder sauber und bis Morgen sollten sie auch trocken sein.

Spät um 22:50 Uhr ist es Zeit zum Schlafen, also rein in den Schlafsack und GN8.

Tagesstrecke: 86,62 km

(3)Kap Arkona ist eine 45 Meter hohe, aus Kreide und Geschiebemergel bestehende Steilküste auf der Halbinsel Wittow im Norden der Insel Rügen. Am Kap befinden sich zwei Leuchttürme, ein Peilturm, zwei Militärbunker, die slawische Jaromarsburg und einige touristische Gebäude (Restaurants, Kneipen, Souvenirläden). Kap Arkona wird oft als der „nördlichste Punkt Rügens“ bezeichnet, was jedoch nicht stimmt. Ungefähr einen Kilometer weiter nordwestlich befindet sich eine Stelle der Steilküste, Gellort genannt, die noch etwas weiter nördlich gelegen ist.

Quelle Wikipedia; Stand 24.09.20106 http://de.wikipedia.org/wiki/Kap_Arkona


Donnerstag, 02.07.2009

Aufgestanden und gepackt wird schon ab 8:00 Uhr.
Abgefahren gegen 9:40 Uhr und wie schon so oft auch dieses Mal ohne Frühstück.
Das sollten wir langsam mal ändern, es macht keinen Spaß, immer mit knurrenden Magen zu fahren.

Auch wenn der Magen knurrt, hier ist die Strecke schön zu fahren. Sie führt zwar an einer Hauptstraße entlang, aber diese liegt mitten im Wald und viel Verkehr gibt es hier auch nicht.

In der Schutzhütte

Während wir so gemütlich durch den Wald fahren, bricht mir um10:48 Uhr eine Speiche am Rad. Das ist nicht schlimm, solange es nicht mehr werden. Ich kann weiterfahren und vielleicht ergibt sich eine Möglichkeit zur Reparatur.

Gefrühstückt haben wir immer noch nicht. Der Platz, der uns zugesagt hätte, war leider nicht zu nutzen, hier wurde gerade das Feld gemäht und das war uns zu staubig.

Unseren nächsten Stopp machen wir 11:18 Uhr an einer kleinen Schutzhütte bei Bobbin.
Wir haben einen idealen Platz zum Frühstücken gefunden. Es gibt hier einen Tisch, eine Sitzgelegenheit und einen windgeschützten Platz für unseren Kocher.
Da einige Sachen von uns noch nass sind, nutzen wir die Gelegenheit und hängen unsere Wäsche auf, um sie von der schönen warmen Sonne trocknen zu lassen.

Eine Stunde reicht uns zum Frühstücken und da die Wäsche inzwischen auch trocken ist, geht weiter Richtung Neddesitz.

Ab Neddesitz haben wir wieder eine schlechte und steile Wegstrecke vor uns, erst ab Nipmerow wird es wieder besser.

Vorwegweiser

Um 13:30 Uhr haben wir den Ort Lome erreicht. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Königsstuhl(4), doch vorher haben wir uns eine Stärkung verdient. Es gibt im „Restaurant am Meer“ für jeden einen großen Eisbecher.
Er ist viel zu schnell alle oder war er nur viel zu klein? Egal, um 14:00 Uhr geht es wieder los.

Der Weg zum Königsstuhl ist nicht gerade einfach, es geht steil nach oben. Unglaublich was es doch hier auf Rügen für „Berge“ gibt.
Nachdem das steile Stück geschafft ist, geht es in den Wald und hier lässt es sich wieder leichter treten.

423,6 Km sagt unser Tacho nachdem wir um 14:15 Uhr am Königsstuhl angekommen sind.
Groß bleiben wollen wir nicht, wir hatten alles schon einmal vor ein paar Jahren gesehen und es als nichts Besonderes eingestuft, außerdem gibt hier einfach zu viele Touristen. Wenn man den Königsstuhl, der ja nur eine vorstehende Klippe ist, ansehen/betreten will, muss man auch noch Eintritt bezahlen.

Viel interessanter und sehenswerter ist es, wenn man an den Klippen etwas weiter geht. Von hier kann man dann genauso gut übers Meer sehen und hat auch noch einen guten seitlichen Blick auf den gesamten Königsstuhl.

Jetzt macht das Fahrradfahren Spaß, wir brauchen gar nicht treten, es geht abwärts und das nicht zu knapp. Nur ein kurzer Stopp zwischendurch zur Kontrolle, die Speichen hatten verdächtig geknackt, aber gehalten. Fährhaus

Um 15:26 Uhr wir sind in Sassnitz und kaufen bei Plus ein.

Als wir um 16:22 Uhr Sassnitz verlassen wollen, lockt am Hafen der dortige Imbiss mit Kaffee und Fischbrötchen. Wer weiß, wann es wieder was zu essen gibt, also wird zugeschlagen.

Danach noch an einer Möglichkeit zum Lufttanken gehalten, nicht für uns, nein für die Räder, dann schaffen wir es und verlassen Sassnitz um 17:27 Uhr Richtung Binz.

Kurz nach 18:00 Uhr erreichen wir das Ostseebad Binz, durchfahren es ohne uns groß aufzuhalten und weiter geht es durch die Granitz(5).
Die Strecke durch die Granitz ist eine richtige schöne Berg- und Talfahrt, die in Sellin endet.
Von Sellin ist es jetzt nicht mehr weit bis zu unserem geplanten/ausgesuchten Campingplatz bei Baabe. Da es Zeit zum Essen ist, halten wir spontan bei einem Chinesischem Selbstbedienungsimbiss an.
Es hat uns gut geschmeckt und satt sind wir auch geworden, also weiter zum Campingplatz.

20:30 Uhr, wir haben unser Ziel erreicht, doch den Campingplatz gibt es schon seit gut 3 Jahren nicht mehr. Uns bleibt nichts anderes übrig als weiter zu fahren, um eine andere Übernachtungsmöglichkeit zu finden.

Da es auch weiter südlich keinen Campingplatz gibt, fahren wir nicht weiter die Halbinsel runter, sondern biegen nach Westen in Richtung Putbus ab.

Spinne

In Moritzdorf stehen wir an einem Fährhaus. Hier müssen wir einen kleinen Kanal, der einen See mit dem Rügischen Bodden verbindet, überqueren. Die nächste Ruderfähre kommt erst um 21:00 Uhr und während wir warten, vertreibt Daniel sich die 15 Minuten mit Fotografieren von Spinnen und dergleichen.

Kaum ist die Fähre da, sind wir auch schon auf der anderen Seite und fahren weiter.

Weit sind wir nicht gekommen, auf einem Hügel haben wir einen schönen Platz zum Übernachten entdeckt. Hier gibt es einen kleinen Tisch, einen Unterstand und einen etwas vom Weg abgelegenen Fleck zum Zelten.
Da es schon dunkel wird und wir nicht wissen wie weit es bis zum nächsten Campingplatz ist, bleiben wir hier.

Schnell ist alles aufgebaut und eingeräumt.

Bevor wir uns schlafen legen, rufen wir zuhause an und berichten von unseren heutigen Erlebnissen.

Um 22:40 Uhr wird geschlafen.

Tagesstrecke: 74,31 km

(4)Der Königsstuhl ist der berühmteste Kreidefelsvorsprung der Stubbenkammer im Nationalpark Jasmund auf der Ostseeinsel Rügen. Er liegt 118 m ü. NN.

Quelle Wikipedia; Stand 24.09.20106 http://de.wikipedia.org/wiki/Königsstuhl_(Rügen)

(5)Die Granitz ist ein bewaldeter Höhenrücken im Südosten der Insel Rügen, zwischen den Ostseebädern Binz, Sellin und Lancken-Granitz. Das 982 Hektar große als Naturschutzgebiet ausgewiesene Waldgebiet gehört seit 1991 zum Biosphärenreservat Südost-Rügen.


Freitag, 03.07.2009

7:55 Uhr, es ist Zeit zum Aufstehen.
Heute Nacht wurden wir von seltsamen Geräuschen geweckt. Wir nehmen an, dass es sich dabei um zwei rivalisierende Igel oder anderes Getier gehandelt hat. Auf jeden Fall waren sie sehr laut und ließen Daniel auf dem Rad uns nicht gleich wieder einschlafen.

Bis alles verstaut ist, vergeht eine Stunde und das wieder einmal ohne ein Frühstück. Es gibt nur ein von gestern übrig gebliebenes Trinkjoghurt.

Als wir um 9:10 Uhr Seedorf erreichen, haben wir in dem dortigen Yachthafen die Möglichkeit, uns zu waschen und die Toiletten zu nutzen.
Nach der Morgentoilette brauchen wir jetzt ein Frühstück. Kein Problem, auch das ist schnell gefunden, keine zwei Minuten vom Hafen entfernt gibt es einen Bäcker. Dort decken wir uns erst einmal mit vielen Leckereien fürs Frühstück ein.

Ein geeignetes Plätzchen zum Frühstücken finden wir um 9:45 Uhr, hinter dem Ort Preetz, nahe einer Grabanlage.

Nach 45 Minuten sind wir mit unserem Frühstück fertig und fahren weiter. Lauterbach erreichen wir um 11:00 Uhr.

Lauterbach!
Daniel erinnert sich, dass wir alle zusammen schon mal hier waren und Urlaub gemacht hatten.
Ortsschild Schabernack Hier kennen wir uns aus und so fahren wir zu dem uns bekannten Lebensmittelladen und versorgen uns mit dem Nötigsten. Da wir auch Putbus kennen, fahren wir einfach nur durch, um auf unsere durch den Wald führende Strecke zu kommen.
Es ist eine wunderbare Strecke, zwar nur geschottert, aber dafür gibt es keine Autos. Es geht nur durch Wald und an Feldern vorbei und größtenteils immer leicht bergab.

Es ist 12:34 Uhr und unsere Strecke würde an Garz vorbei führen. Doch da es Mittagszeit ist, wollen wir im Ort fahren, um etwas zu essen. Dafür müssen wir leider diesen schönen Weg verlassen und fahren durch die kleinen Straßen des Ortes, zum Stadtkern.
In einer Bäckerei machen wir eine Kaffee- Kuchenpause und planen unseren weiteren Weg, bevor wir um 13:20 Uhr Graz wieder verlassen.

Wir haben uns entschlossen, Rügen nicht über den Rügendamm zu verlassen, sondern wir werden die Gelwitz-Fähre nehmen.
Das erspart uns die Fahrerei durch Stralsund, wo wir ja schon waren und wir verkürzen die Strecke um 35 Kilometer, wobei davon gute 10 Kilometer auf Kopfsteinpflaster zu fahren wären.

Um nicht auf der Hauptstraße, der L30, zu fahren, machen wir, wie in unserem Reiseführer beschrieben, einen kleinen Schlenker über die Orte Dumsevitz und Schabernack. Doch kurz vor Glewitz müssen wir wieder zurück auf die L30.

Um 14:18 Uhr fahren wir mit der Fähre los und legen um 14:34 Uhr in Stahlbrode an. Auf der Fähre

Von hier bis kurz vor Greifswald verläuft aber immer noch eine große Strecke auf der Kopfsteinpflaster-Straße. Diese möchten wir, um uns und unsere Räder zu schonen, lieber nicht befahren.
Es führen auch noch andere Weg nach „Rom“.
Auf unserer Karte führt eine Straße von Stahlbrode über Falkenhagen und Tremt bis nach Kirchdorf, welches fast am Ende der Kopfsteinpflaster-Straße liegt. Diese werden wir nehmen.

Ob dieses eine gute Entscheidung war, da bin ich mir bis heute nicht sicher. Die Straße stellt sich als Panzerplattenweg heraus, das bedeutet, alle 2 Meter ein Absatz und am Anfang und Ende der Platte je ein Loch. Ich hatte das Gefühl als wäre ich in einer Eisenbahn und befahre eine alte Strecke mit nicht verschweißten Schienen. Es geht immer nur rums, Loch ausweichen, nochmal ausweichen und wieder rums.

Nach einer endlos erscheinenden Strecke und Zeit haben wir es aber doch hinter uns, wir erreichen die Hauptroute, die Kopfsteinpflaster-Straße. Jetzt noch ca. 2 km bis wir in Mesekenhagen (15:30 Uhr) sind und damit haben wir dann auch das Kopfsteinpflaster hinter uns.
Von hier bis nach Greifswald sind es knappe 45 Minuten und schon sitzen wir in einer Eisdiele und versuchen, mit unseren immer noch vom Kopfsteinpflaster zitternden Händen, das Eis fest zuhalten.

Sprung vom Baum

Als wir um 17:11 Uhr Greifswald verlassen, haben sich unsere Arme und wir uns beruhigt, nur leider müssen wir feststellen, dass ich eine Acht im Hinterrad habe und Daniel sein Rad jetzt quietscht. Doch bis wir unser heutiges Ziel erreichen, werden wir so weiter fahren.

Nachdem wir Kemnitz erreicht haben, machen wir einen Schlenker über Ludwigsburg, um an die Küste zu kommen.
Von Ludwigsburg führt uns ein schöner Küstenwanderweg am Ufer der Ostsee entlang. Durch einen Wald erreichen wir kurz vor der Gahlkow, um 19:00 Uhr, den wunderschön gelegenen „Ferien- und Freizeitpark Loissin“ ( http://www.freizeitpark-loissin.de ). Er ist nicht nur schön gelegen, nein, er ist auch auf unser bisherigen Strecke der schönste und günstigste Campingplatz.

Während Daniel das Zelt aufbaut und „Dosenfutter“ für uns kocht, bin ich dabei, die Acht aus meinem Hinterrad zu entfernen.

Jetzt um 21:15 Uhr, nachdem alles geschafft ist, fahren wir hoch zum Restaurant. Das kleine Stück hätten man auch laufen können. Hier lockt uns nicht nur das Bier, sondern auch Steak und Schnitzel.

Da unser Abendessen nur aus „Dosenfutter“ bestand, gönnen wir uns vor dem Schlafengehen nicht nur das Bier.

Kurz nach 23:00 Uhr haben wir alles geschafft und es geht ins Bett.

Tagesstrecke: 88,30 km


Sonnabend, 04.07.2009

Zwanzig Minuten nach 8:00 Uhr wird aufgestanden und ohne zu frühstücken das Zelt abgebaut. Jetzt noch alles gepackt und auf die Räder verstaut, los geht es.
Es wird keine weite Strecke, wir fahren nur bis zum Restaurant, bez. zum Lebensmittelmarkt.
Übersetzen Hier kaufen wir uns unsere Frühstückssachen ein und da es direkt vor dem Markt eine Bänke zum Sitzen gibt, frühstücken wir gleich hier.

Das ist endlich mal ein gemütliches Frühstück.
Auf der Bank sitzend, lassen wir uns unser Frühstück bei schönstem Sonnenschein und jeder Menge Zeit schmecken.
Es ist so gemütlich, sonnig und es schmeckt Daniel so gut, dass er es tatsächlich schafft, vier Brötchen zu verdrücken. Es ist 10:30 Uhr und auch wenn es noch so schön beim Frühstücken ist, es wird Zeit, aufzubrechen und Richtung Usedom zu radeln. Hoffentlich kann Daniel sich nach den vier Brötchen überhaupt noch bewegen.

Es geht noch und wir kommen um 11:50 Uhr in Freest an.
Von hier aus gibt es eine Fährverbindung nach Usedom/Peenemünde und diese wollen wir nutzen und nicht erst bis Wolgast fahren. Es ist bestimmt ruhiger und angenehmer über die Insel zu fahren, als über die Hauptstrecke und die Großstadt Wolgast.

Peenemünde Hafen

Um 12:15 legt die Rad- und Personenfähre von Freest ab, fährt über den Peenestrom runter bis in die Krösliner See, eine kleine Bucht bei Kröslin, von der auch die alte Peene abgeht. Danach wieder ein Stück den Peenestrom hoch und rüber nach Peenemünde, auf die Insel Usedom.
Ankunft um 12:50 Uhr.

Es war eine gute Entscheidung, schon bei Freest auf die Insel Usedom überzusetzen. So haben wir Zeit und können uns ein wenig in Peenemünde umsehen. Peenemünde gefällt uns nicht, es ist vieles kaputt und steht leer. Sicher wird es in ein paar Jahren wieder anders aussehen.
Dafür ist die Strecke am Rande der Hauptstraße, bis wir wieder auf unsere Hauptroute bei Trassenheide kommen, schön. Es geht fast immer auf einer Nebenspur durch den Wald.

14:00 Uhr. In Trassenheide kaufen wir was zu Trinken und für mich ein Fischbrötchen. Weiter geht es auf der Fahrrad- und Wanderstrecke, dicht an der Küste im Wald entlang.
Hier lässt es sich gut fahren, der Weg ist breit und fest. Das einzige Manko ist, leider gibt es hier mehr und steilere Hügel als erwartet. Laufend geht es 16% bergauf und wieder 16% bergab. Das zieht sich so, bis wir das Seebad Ückeritz und somit den dortigen Campingplatz, (http://www.campingplatz-ueckeritz.de) gegen 15:40 Uhr erreichen.

Während ich versuche einen Stellplatz zu bekommen, steht Daniel vor der Anmeldung, bewacht die Fahrräder und unterhält sich mit anderen Campern. Die erzählen ihm, dass sie schon seit 9:00 Uhr auf einen Stellplatz warten.
Wir haben Glück, brauchen nicht so lange warten, wahrscheinlich weil wir nur mit Fahrrädern und einem kleinem Zelt unterwegs sind. So stehen wir bereits um 16:30Uhr auf unserem Platz und haben das Zelt aufgebaut.
Es ist 17:00 Uhr und unsere Mägen knurren, wir brauchen was zu Essen. Also schwingen wir uns nochmal aufs Fahrrad und fahren in die Innenstadt.

Beim baden

Um 18:00 Uhr sind wir wieder zurück, wir haben bei Aldi und Edeka alles was wir brauchten bekommen.
Jetzt wird erst einmal Abendessen gekocht und dann gemütlich gegessen.

Während des Essens kommen wir mit unserem Zeltnachbarn in Kontakt. Sie haben eine Konservendose, aber keinen Dosenöffner. Daniel bietet seine Hilfe an und öffnet die Konservendose mit seinem Taschenmesser. Das bringt uns Pluspunkte und als Gegenleistung bietet er uns an, morgen Früh, für uns Kaffee und Wasser zu kochen. Das können und wollen wir gar nicht abschlagen.

Es ist kurz nach 19:00 Uhr und wir gehen zum Strand, um eventuell eine Runde zu baden.
Der Strand ist breit, sauber und wie für diese Uhrzeit erwartet, nicht überlaufen. Nun noch schnell ins Wasser und ein wenig herum geplanscht, es ist herrlich angenehm.
Zurück am Zelt, wird erst einmal ordentlich warm geduscht.

Da wir uns vom Einkaufen auch Bier mitgebracht haben, verbringen wir den Rest des Abend mit Kartenspielen (Spiel 66, Endstand D:7, M:30) und Biertrinken. Als gegen 23:10 Uhr das Bier alle ist, können wir beruhigt ins Bett gehen.

Tagesstrecke: 55,80 km


Sonntag, 05.07.2009

Wir haben nichts vor und da heute auch kein strahlender Sonnenschein ist, wird bis 9:30 Uhr geschlafen. Danach geht Daniel los und holt Brötchen für das Frühstück. Schillen im Sand

Während Daniel abwäscht, gehe ich zur Rezeption um mich zu informieren, wie wir von hier nach Sehnde mit dem Fahrrad fahren könnten.
Da wir keine Karte mitgenommen haben, könnte es etwas schwierig werden, sich nur nach der Sonne und den Sternen zu orientieren, um die richtige Richtung zuhalten.
Leider habe ich an der Rezeption nichts in Erfahrung bringen können, wir müssen uns eben so behelfen. Nach Hause werden wir schon kommen.

11:15 Uhr, wir bummeln an der „Promenade“ entlang und fahren danach mit dem Fahrrad noch bis zum Ende des Campingplatzes. Hier dreht die ARD gerade einen Film.
Zurück am Zelt wird Essen gemacht, es gibt Nuden. Anschließend werden die Fahrräder unserer Wolfenbütteler Nachbarskinder, repariert.

Gegen 15:00 Uhr ist alles erledigt, jetzt geht es wieder zum Strand. Heute werden erst tiefe Löcher gebuddelt und dann wird sich darin eingegraben. So dreckig lohnt es sich auch in die Ostsee zu springen. Aus dem Wasser raus, wird sich in der Sonne getrocknet.
Mir ist es zu kalt, die Sonne verschwindet immer wieder hinter Wolken und darum gehe ich zurück zum Zelt. Jetzt werde ich mich erst mal richtig unter der warmen Dusche aufwärmen.

18:00 Uhr. Zum Abendessen fahren wir zu einer Pizzeria.
Dort spielen wir Karten, trinken ein, zwei Bierchen und schon ist es 23:00 Uhr, Zeit ins Bett zu gehen.

Montag, 06.07.2009

Aufstehen gegen 9:00 Uhr.
Überraschung, wir haben schon wieder einen neuen Nachbarn.

Essen vorm Zelt

Daniel holt wieder mal Brötchen. Dieses Mal dauerte es etwas länger als sonst, er hat eine kleine Unstimmigkeit an der Aldi-Kasse.
Bezahlen sollte er 2,69 €, und er gab der Kassiererin 3,19 €. In der Annahme, Daniel hätte ihr den zu bezahlenden Betrag genau gegeben, schloss sie Ihre Kasse.
Als Daniel ihr aber erklärte, das er noch 50 ct bekommen würde, war sie sich nicht mehr sicher und schloss die gesamte Kasse, um deren Inhalt komplett zu zählen.
Daniel bekam seine 50 ct wieder, auch wenn es etwas länger dauerte und er sich den Unmut der wartenden Leute an der Kasse zuzog.

Jetzt ist es 10:00 Uhr und ich habe mir schon langsam Sorgen gemacht, doch da taucht er auf und nachdem er mir alles erzählt hat, brauch ich mich auch nicht mehr wundern.

Da unser neuer Nachbar nicht da ist, benutzen wir zum Frühstücken seinen Tisch, so brauchen wir nicht auf dem Fußboden frühstücken. Fertig mit Frühstücken kommt der neue Nachbar (er hat es nicht bemerkt, dass wir seinen Tisch benutzt haben) und meint: „Wenn ihr wollt, könnt ihr ruhig meinen Tisch zum Essen nutzen“!
Ist das nicht ein Ding, hat er uns heimlich beobachtet, es durch Zufall gesehen oder mitbekommen? Egal, das Angebot ist super und wird bei nächster Gelegenheit genutzt.

12:00 Uhr, es wird Zeit, an den Strand zu gehen.
Jetzt wird sich gesonnt, gebadet, gesonnt, geba...., dann tauchen dunkle Wolken auf, doch die können uns nicht vertreiben. Wir bleiben dennoch und spielen ein wenig Volleyball.
Leuchtturm Doch gegen 16:00 Uhr ist auch damit Schluss, es fängt leicht an zu nieseln und so gehen wir zurück. Wie immer wird ausgiebig, heute gute 30 Minuten lang, geduscht.
Während ich anfange, Essen zu machen, muss Daniel nochmal zum Edeka fahren, um uns was zu Trinken (Bier) zu besorgen.

Bevor wir um 19:00 Uhr nochmal in die Stadt Ückeritz gehen, wird ein wenig gechillt, Bier getrunken und einige Einträge ins Tagebuch geschrieben.

Wir gehen zu Fuß, es ist ja auch alles nicht sehr weit, ein kleiner Spaziergang durch den Wald und schon sind wir in der „City“. Hier gucken wir uns die Holzmanufaktur an, telefonieren mit zu Hause (muss ja auch mal sein).
Weiter geht es über einen Trimmpfad (gehen, nichts tun), danach sehen wir uns ein Konzert an und es geht dann zurück zu unserem Leuchtturm. Das ist ein Biergarten, nicht weit von unserem Zelt entfernt.
Wie die letzten Tage auch, lassen wir den Tag beim Spielen von Mau-Mau (D:10 M:7) mit Bier und Spezi ausklingen.

Das war ein schöner Tag und um 22:30 Uhr liegen wir im Schlafsack.

Tagesstrecke: 23,55 km


Dienstag, 07.07.2009

Frühes Aufstehen um 7:45 Uhr.

Das war eine Nacht, wir haben gestern Abend mal wieder neue Nachbarn bekommen. Es handelt sich um Mutter, Vater, deren Tochter und Enkel.

Die Tochter teilt sich mit ihrem Sohn ein kleines Igluzelt, das von einer dicken Luftmatratze vollkommen ausgefüllt wird. Dadurch bildet sich außen am Zelt schon eine große Beule.

Brücke

Die Mutter konnte anscheinend heute Nacht nicht gut schlafen, denn ich werde durch ihr Geschrei geweckt:
„Ist das eine Scheiße, friere wie ein Schwein, nie wieder Camping, ich will wieder nach Hause“, dann ist wieder Ruhe, außer dem lauten Schnarchen von ihr. Plötzlich dann wieder ganz laut: „Ist das eine Scheiße.....“).

So hat nicht nur sie eine etwas unruhige Nacht hinter sich. Nein, auch wir und alle Nachbarn im näheren Umkreis. Gut das es unsere letzte Nacht war, wir wollen nämlich heute weiterfahren.

Durch das frühe Aufstehen sind wir früh mit Frühstücken und Packen fertig. Trotzdem erfolgt unsere Abfahrt erst um 10:30 Uhr vom Stellplatz in Richtung Seebad Ahlbeck.

11:20 Uhr, wir haben Ahlbeck erreicht.
Uns fällt auf, hier gibt es immer wieder Schilder mit der Aufschrift „Radfahrer absteigen“. Natürlich befolgen wir die Hinweise immer, wenn wir ein Schild sehen, doch die meisten werden übersehen.

Um 13:30 Uhr erledigen wir unseren letzten Einkauf auf der Insel Usedom, beim Plus, in der gleichnamigen Stadt Usedom.

Afrika

Weiter geht es und wir verlassen um 14:30 Uhr über den Ort Zecherin die Insel Usedom.

Wir machen um 15:30 Uhr in Anklam eine kleine Pause, mit Kakao und Joghurt. Dabei stellen wir fest, dass unsere Butter in der Satteltasche ausgelaufen ist.

Was für eine Sauerei- ist unsere erste Annahme, doch es ist nicht so schlimm, wie auf den ersten Blick gedacht und so geht es schon eine ½ Stunde später weiter.

17:20 Uhr, wir haben Friedland erreicht.
Hier kaufen wir uns Brötchen, die wir während einer ½ stündigen Pause, am Ende von Friedland, essen.

19:30 Uhr, wir sind in Afrika gelandet. O.K., es sieht nur so aus, wir sind in Neubrandenburg und stehen nur vor einem großem Afrika-Bild, das den Eindruck vermittelt wir wären dort.

Hochrad

Am Ende von Neubrandenburg liegt der Tollensee, an dessen Ufer unser weiterer Weg entlang führt.
Kaum erreichen wir den See, entdecken wir eine riesige Fahrrad-Skulptur, da müssen wir anhalten. Bevor es weiter am See entlang geht, werden jetzt erst noch einige Fotos gemacht, wie wir auf dem riesigen Fahrrad sitzen. Bei der Größe brauchten wir sicher nur die halbe Zeit bis nach Hause.

Die Strecke, wie auch der See gefallen uns sehr, erst recht, als wir hier auch noch einen Campingplatz finden.

20:02 Uhr. Ankunft am Campingplatz Gatsch-Eck am Tollensee.

Nacht übern dem See

Der Campingplatz ist sehr schön und erst recht unser direkt (ca. 3 m) am Wasser liegender Stellplatz.
Der Boden ist schön weich und eben, hat keine Wurzeln, nur Rasen. Wir haben viel Platz zum Nachbarn und einen super Blick über den See, bis auf die City von Neubrandenburg.

Bevor wir das Zelt aufbauen gibt es einen Kaffee bei dem wir den Blick über den abendlichen See genießen. Hier kann man es aushalten.
Da wir aber noch was essen wollen, müssen wir das Genießen auf nachher verschieben und langsam anfangen, das Zelt aufzubauen und das Essen zu kochen. Heute es gibt Tortellini und Spagetti.

Es ist 22:10 Uhr und wir sind mit allem fertig.
Zum Feierabend gönnen wir uns noch eine kleine Abkühlung im See, dann unter die Dusche (leider kalt) und ab ins „Zeltbett“.

22:50 Uhr, Licht aus und Augen zu.

Tagesstrecke: 120,30 km


Mittwoch, 08.07.2009

Kaum, dass Daniel um 7:50 Uhr aufgestanden ist, springt er in den See. Es ist schon warm genug und außerdem ist dieses das Beste, um wach zu werden. Morgenbad Da ich nicht im See baden war, baue ich das Zelt ab und bereite das Frühstück vor. In der Zwischenzeit geht Daniel unter die Dusche (dieses Mal warm).

Wir sitzen um 10:00 Uhr auf dem Rasen und haben bei unserem Frühstück wieder einen schönen Blick über den morgendlichen See.

Wir verlassen um 10:55 Uhr den herrlichen See und machen uns auf nach Neustrelitz.

Bis Alt Rehse, ca. 11:20 Uhr, geht es nur bergauf und bergab. Nimmt das denn nie ein Ende?

12:25 Uhr, kurz hinter Blumenholz machen wir in einem Buswartehäuschen eine erzwungene Regenpause.

Wir sind um 13:15 Uhr am Bahnhof von Neustrelitz angekommen und wollen den Zug nach Mirow nehmen. Leider sind wir 5 Sekunden zu spät und so können wir dem Zug nur noch hinterher winken.
Alternativ könnten wir auch den Zug nach Wittenberge nehmen. Ich frage nach, wann der Zug fährt und was es kosten würde. Der genante Preis ist uns zu viel, also doch Mirow.
Der nächste Zug nach Mirow fährt aber erst in 2 Stunden ab, was tun?
Eine Wartezeit von 2 Stunden ist uns zu lange, das schaffen wir auch fast in der Zeit mit dem Fahrrad.
Abfahrt mit dem Fahrrad vom Bahnhof Neustrelitz, um 14:02 Uhr.

Schild 313

Um 15:08 Uhr sind wir in Wesenberg beim Plus und beim Bäcker einkaufen. Hier gibt es Buchteln und die schmecken fast genauso gut wie die von Opa selbst gebackenen.

Wir haben um 15:52 Uhr Mirow erreicht. Es hat etwas länger gedauert als 2 Stunden, aber zur Wartezeit auf den Zug muss ja auch noch die Fahrzeit gerechnet werden. Somit ist der Zug bestimmt nicht viel früher da als wir.

Zwischen Mirow und Sarsow entdecken wir, an einem Baum, das Schild mit der Nummer 313, das ist natürlich was für Daniel. Er benutzt die Zahl 313 (ist das Auto-Kennzeichen von Donald Duck's Wagen) für alles mögliche und so nimmt er es sich mit.

Um 18:00 Uhr kommen wir in Wittstock und eine ¼ Stunde später am dortigen Bahnhof an.

Von hier werden wir mit dem Zug nach Wittenberge fahren.
Einen Fahrkartenschalter gibt es nicht, nur einen Fahrkartenautomaten. Das ist echt eine Katastrophe, der Automat verweigert jegliche Herausgabe von Fahrkarten. Wir haben es nicht geschafft, eine Fahrkarte am Automaten zu ziehen.
Es hat gute 30 Minuten gedauert, die richtige Karte zu bekommen. Immer wieder haben wir die falschen Knöpfe:
Richtung, Preis, eine, zwei Personen, mit oder ohne Räder, oder wer weiß was, gedrückt.
Wir hätten sicher wieder nur Winken können, aber da der Zug 10 Minuten Verspätung hatte, haben wir doch noch unsere Karten bekommen und sitzen nun, um 19:10 Uhr, endlich im Zug.

Apfel essen

Es ist 20:03 Uhr, wir sind am Bahnhof Wittenberge angelangt. Somit haben wir eine Strecke von gut 60 km überbrückt.

Auf der Fahrt raus aus Wittenberge, versuchen wir einen Supermarkt zu finden und decken uns dort mit Kartoffelsalat und Grillgut ein.
Während ich draußen auf unsere Fahrräder aufpasse, hat Daniel seine “Unterhaltung“ im Supermarkt, mit einer Familie.
Der Sohnemann möchte wohl ein paar Sachen haben, womit die Eltern aber nicht einverstanden sind und so äußert sich der Sohn etwas lauter als man das wohl sollte.
Ob er seinen Willen durchsetzen konnte oder nicht, hat Daniel nicht mehr mitbekommen.

Jetzt aber raus aus Wittenberge.
Nun müssen wir nur noch einen Platz suchen, an dem wir unser Zelt aufschlagen und grillen können.
Das ist nicht einfach, wir sind hier direkt an der Hauptstraße und wo soll man hier etwas versteckt zelten?
So fahren wir die Hauptstraße entlang und gucken in diesen Feldweg, fahren weiter, gucken in den nächsten und irgendwann haben wir einen gefunden.
Ja, hier könnte es gehen, hier ist kein Dorf oder eine größere Straße in der Nähe. Außerdem ist der Weg rechts und links mit Sträuchern und Büschen vor den Blicken der Hauptstraße geschützt.

Wir fahren den Feldweg weit rein, weit weg von der Hauptstraße.
Unter einem großen Baum haben wir die Möglichkeit, das Zelt gerade so eben, zwischen Weg und Graben, aufzustellen.
Es ist nicht zu glauben, kaum ist das Zelt aufgebaut, kommen zwei Mädchen diesen einsamen Feldweg herunter. Wo kommen die denn her und wo wollen die hin, hier ist doch nichts.
Egal, jetzt ist es zu spät, das Zelt steht fast und Daniel fängt schon mit Grillen an. Wird auch Zeit, denn es wird schon langsam dunkel.

Daniel hat gut gegrillt, auch wenn wir nur mit Taschenlampe kontrollieren konnten, ob das Fleisch braun und gar ist.

Spät um 22:30 Uhr wird gegessen, aber dafür war das Fleisch und auch der Kartoffelsalat lecker.

Um 23:15 Uhr gehen wir ins Bett, doch an Schlafen ist nicht zu denken.
Der Wind hat aufgefrischt und streicht kräftig um und über unser Zelt.
Wind macht nichts, auch wenn es ziemlich laut im Zelt ist, Sorgen macht mir nur, dass wir direkt unter einem großen Baum stehen. Was ist, wenn ein großer Ast abbricht?
Jetzt raschelt es auch noch an der einen Zeltseite, was war das? Läuft da einer um das Zelt oder schleichen irgendwelche Tiere ums Zelt?
So kommen wir nie zur Ruhe und ich entschließe mich, nochmal aufzustehen und mit Taschenlampe bewaffnet, die Gegend abzusuchen.
Draußen ist nichts und das Rascheln kommt durch die Gräser, die der Wind am Zelt entlang streicht.
Also wieder rein ins Zelt und in den Schlafsack. Augen zu, Wind, Gräser, Tiere, Leute und Ast vergessen und dann wird geschlafen.

Tagesstrecke: 94,70 km


Donnerstag, 09.07.2009

Nachdem wir um 8:15 Uhr wach werden, müssen wir feststellen, dass wir trotz des nächtlichen Windes und allem anderen, gut geschlafen haben. Daniel am Zug Da der Wind noch immer nicht aufgehört hat, wird das Fahrradfahren heute sicher ein großer Spaß werden.

Als wir gegen 9:20 Uhr alles gepackt haben und los fahren, stellen wir fest, der Wind ist doch nicht so schlimm und stört uns kaum.

Eine Frühstücks-Regenpause machen wir um 10:30 Uhr in einem Buswartehäuschen bei Tannenkrug.

Bis um 11:30 Uhr wird unsere Fahrt weitere Zwei Mal wegen kurzer Regenschauer gestoppt. Länger stehen müssen wir erst wieder gegen 13:00 Uhr. Wir stehen dieses Mal auf einem Hof mit Wachhund und warten auf das Nachlassen des Regens.

Um 14:55 Uhr erreichen wir, immer wieder durch weiteren Regenpausen unterbrochenen, Salzwedel.
Wir haben die Nase voll. Wir werden unsere Fahrradtour hier beenden und mit dem Zug heimreisen.
Durch die andauernden Regenpausen kommen wir kaum vorwärts und bei dieser Geschwindigkeit müssten wir noch zweimal übernachten.
Das wollen wir nicht, das ist zwar schade, da wir die 1000 km gerne voll gemacht hätten, aber immer wieder wegen Regen zu stoppen, macht auch keinen Spaß.

Als wir im Zug nach Uelzen sitzen ist es 16:14 Uhr und Daniel hat kein Ticket.

Ich habe mir, obwohl wir noch in Sachsen-Anhalt sind, ein Niedersachsenticket kaufen können, dieses ist schon ab Salzwedel gültig. Daniel wollte sich aus Kostengründen und weil er es die Ferien über auch noch benutzen kann, das Schülerferienticket kaufen. Dieses ist aber erst in Niedersachsen gültig und für die drei Stadtionen lohnt sich keine Fahrkarte. So ist er jetzt, bis Uelzen, ohne Fahrkarte im Zug und läuft im Doppelstock-Waggon, immer flüchtend vor der Schaffnerin, im Kreis.

Endlich ist Uelzen erreicht und das ohne der Schaffnerin in die Hände zu fallen.
Wir müssen das Gleis wechseln, das wird eine Quälerei. Der Fahrstuhl ist für ein Fahrrad zu eng, trotzdem schaffen es und erreichen das andere Gleis. Wir haben bis zur Abfahrt noch Zeit und Daniel geht los, um sich endlich eine Fahrkarte zu besorgen.

Als er erfährt, dass das Ticket mehr kostet, als was der letzte Automat in Sachsen-Anhalt behauptet hatte, will er mit EC-Karte bezahlen.
Ortsschild Sehnde Da die Kartenzahlung streikt, soll er bar bezahlen, doch bar hat er nicht genug dabei.
Jetzt wird es eng, der Zug soll gleich abfahren.
Daniel lässt schon mal alles vorbereiten und läuft zu mir, damit ich das erledige.
Es war alles vorbereitet und so schaffe ich es, bevor der Zug abfährt.
Hätte mir Zeit lassen können, der Zug sollte um 17:01 Uhr losfahren, doch jetzt ist es bereits 17:24 Uhr und wir stehen immer noch am Hundertwasser-Bahnhof.

Endlich, um 17:32 Uhr, es geht los, doch schon am nächsten Bahnhof müssen wir wieder warten, es gibt einen technischen Defekt.
Was immer das auch heißen möge, wir kommen früh genug im Hauptbahnhof Hannover an, um 18:46 Uhr den Zug auf Gleis 13, nach Lehrte, zu bekommen.

18:58 Uhr, Lehrte ist erreicht, von hier fahren wir wieder mit dem Fahrrad, da der Zug hier endet.

In Sehnde angekommen, wird ein Bild vom Daniel mit Ortsschild geschossen und um 19:32 Uhr stehen wir wieder vor unserer Haustür.

Tagesstrecke: 62,20 km




Karte